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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Workshop: Nachwuchs tanzt bis die Puste ausgeht

09.05.2017

Oldenburg Schaut man im Internet nach der Definition von Tanz, begegnet einem als erstes folgende Erklärung: „Tanz – der Vorgang, dass Menschen rhythmische, festgelegte Bewegungen zu Musik ausführen.“ Was man bei einem Eltern-Kind-Workshop der Tanzfuchs Produktion im Rahmen der 13. Internationalen Tanztage in der Exerzierhalle erlebt, hat damit erstmal wenig zu tun. Die Elemente Rhythmus und Musik fehlen vollständig, dafür geht es sehr sportlich zur Sache. Koordination, Motorik, Gleichgewichtssinn und Muskelkraft werden gefordert. Der ganze Körper muss bei den gestellten Aufgaben eingesetzt werden, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern.

Bei der Compagnie handelt es sich um die Tänzerinnen Emily Welther und Odile Foeh gemeinsam mit Choreografin und Gründerin der Tanzfuchs Produktion Barbara Fuchs. Die Tanzfuchs Produktion ist ein Team aus projektbezogen wechselnden Tänzern. Sie inszeniert in Köln Tanztheater für Babys und Kinder, aber auch für Erwachsene.

Während der Tanztage tritt ein Teil der Compagnie in Oldenburg mit zwei Kinderstücken und einem Erwachsenenstück auf. Dazu werden passende Workshops angeboten, die dem Zuschauer ermöglichen, sich tiefer mit den Produktionen und den Arbeitsweisen der Compagnien auseinanderzusetzen.

Auch Kinder von drei bis sieben Jahren können so das im Tanztheater Gesehene umsetzen und die Bewegungen selber erfahren.

Der Titel des Workshops lautet „Hand in Hand“ und das passt genau. Ein Elternteil oder anderer Vertrauter führt alle Übungen mit dem Kind gemeinsam aus. Angefangen wird mit einem Aufwärmprogramm, bei dem zunächst durch leichte Massagen und Streicheleinheiten der Eltern an den Kindern behutsam Körperkontakt aufgenommen wird. Dann kommt aber schnell Bewegung ins Spiel: da wird sich gebeugt und gestreckt, auf der Stelle gelaufen, geklopft, geschüttelt und gepustet, bis auch das letzte Körperteil gelockert ist.

Und nun geht es erst richtig los. In Reihen aufgestellt, nehmen die Eltern immer wieder unterschiedliche Positionen auf dem Boden ein und die Kinder denken sich Bewegungen aus, wie sie unter den Großen drunter durch, oben drüber oder drum herum kommen könnten. Dabei werden Eltern und Kinder so kreativ, dass sich auch die professionellen Tänzerinnen bestens amüsieren und den Ideenreichtum bewundern. Weiter geht es mit dem Führen des Partners quer durch den Raum und einem Imitieren der Bewegungen des Anderen. Dies passiert mal Hand in Hand und mal ganz ohne Körperkontakt. In allen Aufgaben müssen die Teilnehmer immer wieder ihre Fantasie beweisen, denn feste Vorgaben gibt es nicht. Nach verschiedenen Hebeübungen ist spätestens der letzte Teilnehmer aus der Puste. Bei einem Abschluss mit Streicheleinheiten können Kinder und Eltern wieder zu Atem kommen und alle sind verwundert, wie schnell die dreiviertel Stunde umgegangen ist.

Während des gesamten Workshops herrscht eine sehr entspannte und unaufgeregte Atmosphäre. Die Kinder fassen sehr schnell Vertrauen zu den drei Anleiterinnen. Kein Kind überdreht oder wird albern, und wenn jemand keine Lust mehr hat, dann ist das eben so. Niemand wird gezwungen. Und am Ende ist auch niemand enttäuscht. Auch nicht die kleinen Mädchen, die mit Tutu oder wallendem Kleid beim Thema Tanzen wahrscheinlich etwas anderes im Sinn hatten.

Vielleicht muss man Tanz nach dieser Workshop-Erfahrung auch einfach nur anders definieren. Schlägt man beim großen Online-Lexikon Wikipedia nach, was Tanz bedeutet, findet man folgende Deutung: „Tanz ist die Umsetzung von Inspiration in Bewegung“. Und das passt doch in diesem Fall sehr gut.->

„Tanzfuchs“ ist mit drei Produktionen bei den Oldenburger Tanztagen vertreten. Das Ensemble zeigt die Kinderstücke „Kopffüßler“ und „Alles im Eimer!“sowie die Produktion „PlusMinus“, die an diesem Dienstag noch einmal zu sehen ist (Exerzierhalle, 21.30 Uhr).

„Plusminus“ ist der zweite Teil des dreiteiligen Zyklus ‚Ge-fühl-los‘ der Kölner Choreografin Barbara Fuchs. Hier treffen unterschiedliche künstlerische Blicke zum Thema Affekte und ihre Darstellung aufeinander. Fünf Künstlerinnen und Künstler und vier Performerinnen und Performer haben sich den Gemütsbewegungen Scham, Demut, Langeweile, Eitelkeit, Schuld, Neid und Wollust gewidmet.


Infos:   www.staatstheater, de 
Infos:   www.tanzfuchs.com 
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