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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Vom Modell zum Designerstück

20.10.2015

Wüsting Ein schmaler Ackerweg führt zu dem alten Bauernhaus in Wüsting, in dem Sascha Akkermann seine Werkstatt hat – ein rustikales, ländliches Idyll, das so gar nicht zu den klaren, modernen Formen seiner extravaganten Möbelkreationen zu passen scheint. Der 41-Jährige ist Möbeldesigner, Tischlermeister und zudem nominiert für den „German Design Award 2016“.

Zum Möbeldesign sei er über seinen Handwerksberuf gekommen: „Jeder Handwerker macht auf irgendeine Art auch die Gestaltung“, weiß Akkermann. Als Tischler und Designer könne er aber nicht nur ein Möbelstück oder Kunstwerk entwerfen, sondern es anschließend auch selbst herstellen.

„Bei mir entstehen die Entwürfe auch nicht am Computer“, betont er. „Ich baue direkt Prototypen aus Holz oder Styropor, um zu sehen, ob meine Idee überhaupt umsetzbar ist.“ Schließlich hänge der Erfolg eines Entwurfes auch stark von der wirtschaftlichen Produzierbarkeit ab.

Einen solchen Erfolg hatte der Designer zum Beispiel bei seinem so genannten „Koi“, einem Liegestuhl aus Holz und Lkw-Plane, das bei verschiedenen Wettbewerben schon Preise einheimste und für die Nominierung beim „German Design Award 2016“ verantwortlich ist.

Den Namen „Koi“ hat die Liege dabei ihrer ungewöhnlichen Form zu verdanken: Die Liegefläche selbst sieht nämlich aus wie ein Fisch. Mit drei einfachen Handgriffen kann das Designerstück auf- und abgebaut werden. „Da musste ich wirklich lange probieren, bis das mit der Faltung so funktioniert hat, wie ich wollte“, erinnert sich der Künstler. Aber gerade dieses Probieren mache ihm besonders Spaß.

In Zukunft möchte sich Akkermann daher auch eher dem Kunsthandwerk widmen. Dazu experimentiert der 41-Jährige momentan bereits an einem neuen Material. „Was das ist, möchte ich noch nicht verraten. Sonst kopiert das nur jemand“, befürchtet er.

Priorität hat im Leben des Designers zunächst aber sein kleines Bauernhaus in Wüsting. „Hier muss noch einiges renoviert werden“, so der Noch-Oldenburger, der bisher in einem eigens gebauten Hausboot gewohnt hat. Schwierigkeiten dürfte er damit aber nicht haben – Schließlich kann er seine Möbel alle selbst entwerfen und bauen. „Privat mag ich es aber lieber schlicht“, verrät der Künstler mit Blick auf sein farbenfrohes Repertoire.

Désirée Senft Volontärin / NWZ-Redaktion
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