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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Neustart gelingt im Nordwesten

10.02.2015

Oldenburg Wenn er an seine spanische Heimatregion Murcia denkt, vergisst er für kurze Zeit den oft grauen Himmel über Oldenburg. „Die Region liegt an der Costa Calida, was warme Küste bedeutet“, erzählt Francisco Valera-Gomariz und sagt mit Blick Richtung Nordsee und einem Augenzwinkern: „Hier bin ich an der kalten Küste gelandet.“

Doch an die Temperaturen hat sich der 41-Jährige längst gewöhnt. Seit knapp zwei Jahren lebt er in Oldenburg. Seine Geschichte ist eng verknüpft mit der Wirtschaftskrise in seinem Heimatland. Als Bauingenieur, der zwölf Jahre in Lohn und Brot stand, fand er sich auf einmal in der Arbeitslosigkeit wieder. Damit erging es ihm wie vielen Landsleuten in Zeiten der Finanzkrise. Die Immobilienblase in Spanien war geplatzt, die Arbeitslosigkeit stieg und traf selbst gut ausgebildete Akademiker und Facharbeiter. Vor allem in der Baubranche. „Ich arbeite zwar im Tiefbau und die Krise betraf vor allem den Wohnungsbereich, aber irgendwie hängt es schon zusammen“, blickt Gomariz zurück.

Tatenlos blieb er allerdings nicht. Da er gut Englisch spricht, bewarb er sich auf der britischen Insel um einen neuen Job – ohne Erfolg. Also beschloss er, auch Bewerbungen nach Deutschland zu schicken, ebenfalls auf Englisch. Nach ersten positiven Rückmeldungen nahm er Deutschunterricht, um sich auf einen möglichen Umzug vorzubereiten. Über Kontakte des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) klappte es schließlich mit einer Stelle in Oldenburg. Seit August 2013 arbeitet Gomariz für die Ingenieurgesellschaft Nordwest in Etzhorn. „Wir machen nur positive Erfahrungen mit ihm“, lobt sein Chef Henning Becker.

Und auch Gomariz ist zufrieden. „Das war die richtige Entscheidung“, betont er. Als Tiefbau-Ingenieur reist er für seinen Arbeitgeber häufig durch das Land und kommt viel herum. Zum Beispiel ist er in ein Projekt auf dem ehemaligen Militärflugplatz Wunstorf eingebunden.

Gomariz’ Frau Tomasa lebt mit den beiden Töchtern noch in Murcia. Doch der Umzug ist geplant. Bis dahin müssen Besuche die Wartezeit verkürzen.

Oder der Fußball. Interessiert verfolg der 41-Jährige das Geschehen in der Bundesliga, aber selbstverständlich auch in der spanischen Primera Division. Auf die Frage, ob er mit Real Madrid oder dem FC Barcelona sympathisiere, überrascht der Südspanier mit der Antwort Bilbao: „Ich mag es, wie die Basken nur mit Spielern aus ihrer Region seit Jahren mithalten.“

Auf Kulinarisches aus Spanien kann er in Oldenburg weitgehend verzichten, sagt er und liefert die Erklärung gleich mit: „Es gibt ja Grünkohl“, lacht er. Und um nach dem deftigen Essen wieder auf Touren zu kommen, hat er sich eine weitere Oldenburger Spezialität zu eigen gemacht: „Ich fahre hier so oft es geht mit dem Fahrrad.“


Spezial zum Thema unter   www.nwzonline.de/integration 

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