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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Nord-Süd-Achse dreht sich ums Tanzen

08.07.2017

Oldenburg Benin gegen Finnland 1:0. Und das trotz deutlicher zahlenmäßiger Überlegenheit der Skandinavier. Doch diesen Nachteil machten die Westafrikaner aus dem Nachbarstaat von Nigeria mit großer Spielfreude und klarem Offensivdrang locker wett.

Jaja, bisweilen kann man die Kultursommer-Konzerte auch sportlich nehmen. Wie das vom Donnerstagabend: Da trat das Helsinki-Cotonou-Ensemble auf dem Schlossplatz auf, um den über 2000 erwartungsfrohen Zuschauern funkigen Jazz mit einer guten Prise Afro-Rhythmik zu servieren. Was eigentlich gelingen sollte, dachte man angesichts von sechs guten, in europäischer Musiktradition geschulten Instrumentalisten aus Helsinki, vorneweg der großartige Gitarrist Janne Halonen.

Doch nach einem anfänglichen, flotten Stück Jazzrock in bester „Weather Report“-Tradition übernahmen die beiden Bandmitglieder aus Cotonou, dem Sitz der Regierung von Benin, das Kommando. Der charismatische Sänger, Perkussionist und Saxofonist Noel Saizonou lenkte die Songs des Helsinki-Cotonou-Ensembles (kurz HCE) eindeutig in die afrikanische Richtung: Viel Rhythmus, viele Bläsersätze und Tanzen, Tanzen, Tanzen. Dank des Einflusses von Saizonou und seines Landsmanns Menard Mponda war der Sound der fiebrig brodelnden Millionenmetropole Cotonou bis in die hintersten Ecken des Schlossplatzes spürbar. Entstanden ist diese interessante Verbindung zwischen Jazzern aus Polarkreis-Nachbarschaft und Rhythmikern in Nähe des Äquators bei einem Studienaufenthalt von Janne Halonen in Benin vor fünf Jahren. Der Finne machte mit Freunden seinen Traum wahr, die Musik Westafrikas genauer kennenzulernen. Dort traf er auf den virtuosen Sänger Saizonou … der Rest ist musikalische Geschichte.

Inzwischen sind die beiden ein eingespieltes Team. Sie komponieren und texten alle Lieder der Band, werden dabei kongenial unterstützt vom großartigen Schlagzeuger Juha Räsänen sowie Sampo Riskilä (Bass), Visa Oscar (Orgel), Joakim Berghäll (Saxofon), Mikko Pettinen (Trompete) und eben Menard Mponda (Perkussion). Erfahrung, die sich auszahlt – und die das Konzert von HCE zu einem Erlebnis in lauschiger Sommernacht machte. Anhaltender Beifall und eine Zugabe waren Lohn für einen Rhythmus, bei dem jeder mit muss.

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Klaus Fricke

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