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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Die Zukunft ist museumsreif

11.05.2019

Oldenburg Verstaubt, vergessen, verjährt, verschlafen. Begeisterung wecken Traditionen nicht unbedingt. Vielleicht sind sie gerade deshalb Motto des diesjährigen Internationalen Museumstages. Am Sonntag, 19. Mai, soll es in Oldenburg um Vergangenheit und Zukunft gehen.

Die acht beteiligten Häuser der Stadt haben ein buntes Programm für Kenner und Kulturbanausen, für große und kleine Kunstliebhaber auf die Beine gestellt. Von 10 bis 18 Uhr werden bei freiem Eintritt Führungen, Mitmachaktionen und besondere Aktivitäten angeboten.

Schloss

Wie war das? Damals? Bei einer Kostümführung im Schloss gibt Graf Anton Günther von 16 bis 17 Uhr höchst selbst Einblicke in seine Regierungszeit und lässt die Traditionen am Oldenburger Hofe lebendig werden.
Am Vormittag geht es um Design vergangener Zeiten und die Geschichte des Kunstgewerbes: „Vom Wohnzimmer ins Museum“ heißt die Führung von 11 bis 12 Uhr.

Eine Führung durchs Prinzenpalais lädt Besucherinnen und Besucher von 15 bis 16 Uhr dazu ein, die künstlerischen Praktiken des Expressionismus näher kennenzulernen. Im Zentrum der Kabinettschau stehen die in der frühen Nachkriegszeit entstandenen farbigen Lithographien und Aquatinta-Blätter von Ernst Wilhelm Nay (1902–1968) – unter der Überschrift „Formen, Farben, Furioses“.

„Zwischen Utopie und Anpassung“ lautet der Titel der aktuellen Bauhaus-Schau im Augusteum. Anhand der regionalen Künstler Hans Martin Fricke, Karl Schwoon, Herman Gautel und Hin Benedieck wird die Geschichte des freiheitlich und innovativen Bauhausgedankens rekonstruiert. Gezeigt werden rund 250 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken, Fotografien und Designobjekte von Künstlern der Bauhaus-Ära. Eine Führung wird von 12 bis 13 Uhr angeboten.

Natur und Mensch

Das Landesmuseum Natur und Mensch feiert mit eigenem Programm Zukunft und Traditionen zugleich: Wie haben sich Bedürfnisse der Menschen im Laufe der Zeit verändert und wie das Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt? Das soll an diesem Tag beantwortet werden.
Bedeutende archäologische Objekte der Region und Kulturen vergangener Zeiten gilt es ganztägig von 10 bis 18 Uhr bei dem „Archäologie-Quiz“ zu entdecken. An mehreren Stationen quer durch die Dauerausstellung wird anschaulich gezeigt, was eigentlich für eine Ausgrabung benötigt wird und welche Kulturen zu unterschiedlichen Zeiten hier im Norden ihre Spuren hinterlassen haben.

Der Oldenburger Kunstverein zeigt derzeit Malereien von Tamina Amadyar und Plastiken von Anna Fasshauer. Während Tamina Amadyar mit reinem Pigment malt, das sie in Hasenleim bindet und das sie in großer Reduktion auf die Leinwand bringt und in maximaler Vereinfachung Räume und Zustände schafft, die durch Erinnerungen und Wahrnehmungen geprägt sind, verformt Anna Fasshauer industrielle Aluminiumprofile. Die Bildhauerin konstruiert große Plastiken, die an Papierfaltungen erinnern. Bei drei Kurzführungen um 12, 14 und 16 Uhr haben Besucher die Möglichkeit, mehr über die ausgestellten Werke und ihre Schöpferinnen zu erfahren.

Im Stadtmuseum ist ab diesem Sonntag eine Ausstellung der Holzbildhauerin Maren Panke zu sehen. Die Künstlerin zeigt eine neue, stumme Sprache zwischen Mensch und dem Material Holz. Jede Form, jede Maserung und jede der unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden drücken etwas aus – ganz ohne Worte oder Erklärungen. Zum Internationalen Museumstag ist die Bildhauerin von 14.30 bis 16.30 Uhr anwesend.

Um 16 Uhr gibt es im Stadtmuseum Gelegenheit, die historischen Villen bei einer Kostümführung mit Geraldine Dudek zu erkunden. In zeittypischer Kleidung rückt sie Museumsgründer und Kunstsammler Theodor Francksen in den Mittelpunkt. Briefe und Tagebücher sowie Ausstellungsexponate und Kunstwerke aus dem Museumsmagazin vermitteln einen Eindruck über das Leben und die Zeit in Oldenburg zur Jahrhundertwende.

Eine wachsende Ausstellung soll ab Samstag, 18. Mai, im Horst-Janssen-Museum entstehen. Durch die Social-Landart-Schau führt Kunstvermittlerin Geraldine Dudek um 11 Uhr. Sie erläutert, wie Kuratorin Insa Winkler sich im Selbstversuch damit beschäftigt hat, Kunstmaterialien, wie Papier und Farbe, selbst herzustellen und das Naturexperiment in Zusammenarbeit mit Experten verwirklicht hat.

Nachmittags, ab 14 Uhr, widmet sich eine Führung Horst Janssen und seinem Verhältnis zur Natur: War er ein naturverbundener Mensch oder gar ein Künstler, dem Nachhaltigkeit wichtig war? In diesem Zusammenhang werden Janssens Werke denen des Bremer Künstlers Werner Henkel gegenübergestellt.

Edith-Russ-Haus

Das Edith-Russ-Haus für Medienkunst bietet drei öffentliche Führungen um 11 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr durch die aktuelle Ausstellung „Red Umbrella Struggles“ an. Die internationale Gruppenausstellung setzt sich mit dem umstrittenen und facettenreichen Thema Sexarbeit auseinander. Zu sehen sind unter anderem Fotografien des Projekts, das den roten Regenschirm als internationales Symbol der Bewegung für die Rechte von Sexarbeitenden etabliert hat. In so verschiedenen Medien wie Fotografien, Archivmaterialien, Installationen und Dokumentarfilmen zeigt die Schau künstlerische Versuche, durch Dialoge mit Sexarbeitenden ein besseres Verständnis für das schwierige Thema zu entwickeln.

 Erfolg versprechen sich alle Beteiligten von dem diesjährigen Programm. In der Vergangenheit haben die Besucherzahlen am Aktionstag die Mühen gelohnt. Ob es am freien Eintritt oder den Angeboten liegt, ist Spekulation. Fest stehe die Wichtigkeit eines solchen Tages, ist Hedwig Vara-Sibum überzeugt. „In Zeiten, wo Bildung zur Disposition steht, gehört das zur demokratischen Handlung“, sagt die Museumsvermittlerin der Stadt. Man will nicht verschlafen, Begeisterung für Tradition zu wecken.


     www.landesmuseum-ol.de/ausstellungen/kabinettschau-nay.html 
     www.landesmuseum-ol.de/ausstellungen/zwischen-utopie-und-anpassung.html 
     www.oldenburger-kunstverein.de/ausstellung/tamina-amadyar-und-anna-fasshauer/ 
     www.marenpanke.de 
     www.horst-janssen-museum.de/ausstellungen/natur-schoepfen/ 
     www.edith-russ-haus.de 
Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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0441 9988 2106
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