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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Gelungenes Kammerchor-Konzert hilft in Golzwarden

01.10.2019

Oldenburg 34 Sängerinnen und Sänger des auf hohem Niveau agierenden Kammerchores Oldenburg unter der Leitung von Johannes von Hoff sangen in der Ansgari-Kirche ein sehr dichtes und gehaltvolles A-cappella-Konzert mit fünf großen Kompositionen von Heinrich Schütz, Felix Mendelssohn, Max Reger und Rudolf Mauersberger, die alle zum unverzichtbaren Repertoire gehören. Eingeflochten in dieses starke deutsche Rückgrat des Programms „Pokój Frieden Pax“ waren sieben zeitgenössische polnische Kompositionen für Chor, darunter drei Uraufführungen. Das um die biblische Bitte „Da pacem“ (Gib Frieden) gruppierte Programm wird der Chor auch auf einer Auslandsreise in Thorn, Posen, Breslau und Görlitz singen.

Durch einen Brand wurde im Sommer der Dachstuhl der spätromanischen Kirche in Golzwarden zerstört. Die Arp-Schnitger-Orgel blieb zwar erhalten, muss aber vorerst abgebaut werden. Als Benefiz für die wertvolle Orgel wird die Hälfte der Konzerteinnahmen für die Renovierung bereitgestellt.

Neben dem thematischen Schwerpunkt Frieden, hier insbesondere mit unseren polnischen Nachbarn, und dem sinnvollen Benefiz für eine wichtige Orgel in der Orgellandschaft Nordwestdeutschlands lag ein weiterer Schwerpunkt des gelungenen und von hoher Chorkultur geprägten Konzertes in drei Uraufführungen zeitgenössischer polnischer Komponisten. Das „Te Deum“ von Andrzej Bielerzewski, „The Prayer of Saint Francis“ von Jakub Neske und vor allem Katarzyna Danels „Da pacem, Domine“ reihten sich sehr gut in das anspruchsvolle und thematisch gebundene Programm ein. Der exzellent einstudierte und fast durchgehend sauber und dynamisch sehr flexibel reagierende Kammerchor sang die drei Uraufführungen souverän und mit warmer Sympathie für die doch recht deutlich vom neuen englischen Chorgesang geprägten Kompositionen, die aus einem reichen Fundus an Harmonien, Rhythmen und Melodien schöpften.

Emotionaler Höhepunkt war die geradezu klassisch gebändigte und besänftigte Trauer, die die Komposition „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Mauersberger so eindringlich macht. In Dresden geschrieben angesichts der unfassbaren Kriegszerstörung wird hier geklagt, ohne anzuklagen, ohne überzogene Gebärde. Alles ist formal eingefasst und darum so eindringlich. In einer stimmlich, technisch und emotional überzeugenden Darstellung gelang dem Kammerchor hier, aber auch bei Regers „Nachtlied“, durch die innige Anverwandlung der Musik den ersehnten Frieden und die Harmonie nicht als ein Äußeres einzufordern, sondern aus dem Inneren zu erzeugen und als immer schon anwesend aufscheinen zu lassen.

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