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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Wilde Rapper rocken Kulturetage in Oldenburg

20.12.2017

Oldenburg Selbstbewusstsein ist eine Charakter-Eigenschaft, die im Hip-Hop zum Selbstkonzept dazugehört. Oft wird sie auch überstrapaziert und verkommt zur maßlosen Selbstbeweihräucherung. Die Antilopen Gang hatte am Montagabend genau die richtige Dosis gefunden, um dem Oldenburger Publikum in der Kulturetage das zu geben, was die Band versprach: einen tierisch guten Abend.

Dass die Musiker Koljah, Panik Panzer und Danger Dan sich selbst feiern, wurde schon klar, bevor sie die Bühne betraten: Ihr Auftritt wurde mit dem Lied „We are the Champions“ angekündigt. Als das Trio dann ins Rampenlicht trat, wurde es von den Fans in der für Hip-Hop typischen Art gefeiert: Hunderte Arme federten auf und ab, auf und ab.

Dass es so viele waren, freute die Band aus Nordrhein-Westfalen sehr. Danger Dan erinnerte sich an den ersten Auftritt der Antilopen Gang in Oldenburg: „Das war 2011 im Alhambra. Da waren vielleicht 20 Leute da. Heute sind es mehr als 30 – das ist toll“, gab er mit leicht ironischem Subtext zu Protokoll. An einen weiteren Besuch im Amadeus habe er nur noch „verschwommene Erinnerungen“, weil er danach „mit ein paar Oldenburgern so hart gesoffen“ habe.

Interview mit der Antilopen Gang: Wie viel Anarchie braucht Alltag?

Am Montag begann die Antilopen Gang das Konzert ganz nüchtern mit einem sehr ruhigen Stück. Das zweite Lied lud dann aber auch schon zum Mitspringen ein – auf und ab, auf und ab. Die Band bewies schon in der ersten halben Stunde ihre breites Repertoire – bestückt mit mehr oder weniger versteckter Gesellschaftskritik und noch mehr gar nicht verstecktem Selbstbewusstsein.

Doch als clevere Musiker wissen die drei Antilopen, dass es mehr als einen Beat und im Takt dazu wackelnde Arme braucht, um ein Konzertpublikum wirklich in Ekstase zu versetzen. Nach einer halben Stunde holten sie deshalb den Punk-Presslufthammer raus. Dafür gab es Verstärkung von drei Musikern an Schlagzeug, Bass und Gitarre. Passend zum Punkrock-Sound initiierte Panik Panzer sogleich eine sogenannte „Wall of Death“ – als Wettkampf um den „goldenen Presslufthammer“ (so hieß auch das Lied).

Jetzt war die Menge in Rage, wie ein aufgeschrecktes Rudel Antilopen sprangen viele Antilopen Gang-Fans jetzt nicht mehr nur auf und ab, auf und ab – sondern vorrangig wild gegen- und durcheinander. Einige ganz selbstbewusste ließen sich gar zum Crowdsurfen auf nach oben ausgestreckte Hände hieven. Das tat auch Danger Dan, der sogar auf dem Publikum stand und seinen Song direkt aus der Menge in die Menge schmetterte.

Musikalisches Highlight der Show war ein simultan gespieltes Schlagzeug-Piano-Solo, dass von melodisch schön immer mehr ins punkig-anarchische abdriftete, jedoch – oder gerade deshalb – vom ersten bis zum letzten Klang Gefallen fand und Applaus bekam. Passend dazu suchte Panik Panzer für den dazugehörigen choralen Part nur „die schlechten Sänger“ im Publikum und zählte sich selbst ganz selbstbewusst ebenfalls dazu.

Dass ihm Witze besser liegen, bewies er mit dem Spruch: „Oldenburg ist schön, hat aber ein Problem: Die Stadt geht vor die Hunte.“ Den Fluss, der Oldenburg teilt, bezeichnete er dann jedoch auch als „Pseudo-Weser“ und als „Abwasser“ – vielleicht war es da dann doch etwas zuviel Selbstbewusstsein.

Beschimpfungen (in diesem Fall noch harmlose) gehören aber wie das Selbstbewusstsein zum Konzept einer Hip-Hop-Band. So bildete auch wenig überraschend der Hit „Fick die Uni“, der vor ein paar Jahren vor allem in Studierendenkreisen viral gegangen war, den fulminanten Abschluss eines tierisch guten Montagabends.

Mathias Freese Redakteur / Sportredaktion
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