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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Schundliteratur zur Kunstform erhoben

05.02.2018

Oldenburg Am Anfang war Sprötzz! Gefolgt von Zisss! Und einem Trööt! Von Ächz! Prassel! oder Keuch! gar nicht zu reden. Was wären Comics ohne ihre Lautmalereien, die Inflektive, die Onomatopoetika, die im deutschen Gebrauch von den Übersetzern Erika Fuchs für Donald Duck („Seufz!“) und Herbert Feuerstein für MAD („Lechz! Würg!“) eingeführt wurden.

Patrick Dudek beherrscht als moderner Lautmaler, neudeutsch Beatboxer, diese Verbalakrobatik und begeisterte zur Ausstellungseröffnung „Die neunte Kunst – aktuelle Deutsche Graphic Novels“ den gefüllten Saal des Horst-Janssen-Museums. Gemeinsam mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst und dem Stadtmuseum haben sich erstmals die drei Oldenburger Institutionen zu einer großen Kooperation zusammengeschlossen.

„Das große Interesse an dieser Vernissage und der Ausstellung zeigt, dass wir den richtigen Riecher besessen haben“, sagte Dr. Nicole Deufel, Leiterin der städtischen Museen. „Selbstverständlich hoffen wir durch die Ausstellung auf neue Besuchergruppen, die unsere Museen vielleicht noch nicht so gut kennen.“

Die Kuratorin der Ausstellung, Dr. Sabine Siebel, wies auf das Novum hin, dass hier in einem Museum der Fokus auf die aktuellsten Werke der deutschen Comic-Szene gerichtet wird. Üblicherweise finden Fans ihre Foren auf Festivals und Messen. Dass sich nun ein Museum für Zeichnung und Grafik mit den Graphic Novels beschäftigt, deutet an, dass hier andere Fragen im Vordergrund stehen. Hier geht es mehr um Originalzeichnungen und Vorgeschichten der Bücher.

Comic-Experte Andreas C. Knigge gehört zu denen, die Comics nicht einfach nur genießen können, sondern seit Jahrzehnten als Kunst- und Handwerksform bewundern. Der 60-Jährige gab einen fundierten und unterhaltsamen Abriss der Historie. 1974 gründete er das erste deutsche Fachmagazin (Comixene) mit. Zwischen 1983 und 1998 war er Cheflektor des Comic-Programms des Carlsen-Verlags – und hat somit aus seinem Hobby einen Beruf gemacht. Grübel! Staun!

Oliver Schulz
Redakteur
Politikredaktion
Tel:
0441 9988 2094

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MAD | Stadtmuseum

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