• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Verschossen in die Bilder dieser Welt

23.01.2019

Oldenburg Auch ein Kulturmanager macht mal Urlaub. Der Oldenburger Claus Spitzer-Ewersmann zum Beispiel schaute sich vor vier Jahren Singapur an. Hier wurde er zufällig auf eine Ausstellung aufmerksam, die ihn faszinierte: Die „World Press Photo“ zeigte die besten, ausdruckskräftigsten Pressefotos des Jahres. „So etwas müsste es auch in Oldenburg geben“, dachte Spitzer-Ewersmann...

...und sorgte nur wenige Monate später dafür, dass es so kam: Die „World Press Photo“, die die Amsterdamer Fotografenvereinigung WPPF seit 1962 alljährlich auf eine weltweite Reise schickt, machte im Frühjahr 2016 Station im Dachgeschoss des Oldenburger Schlosses. Dort findet die Schau, die die Ergebnisse des größten und wichtigsten Wettbewerbs für Pressefotografie zeigt, demnächst wieder statt. Von Februar bis März sind dort 150 ausgewählte Fotoarbeiten ausgestellt. Dass die „World Press Photo“ bereits zum vierten Mal nach Oldenburg kommt, wundert niemanden mehr als den Initiator. „Ich hatte beim Start so mit 1000 Besuchern gerechnet, doch am Ende waren es 15 000“, staunt Spitzer-Ewersmann, Chef der Agentur „Mediavanti“, immer noch. Inzwischen kommen jährlich über 16 000, womit Oldenburg sich unter den „Top 10“ der gut 100 Ausstellungsorte (acht weitere davon in Deutschland) etabliert hat – weltweit!

Warum das so ist, darüber kann Spitzer-Ewersmann nur spekulieren. Er findet: „Oldenburg ist eine Foto-Stadt, das Interesse an diesem Medium war schon immer groß.“ Auch die Art, wie die Schau in Oldenburg präsentiert wird, trage zum Publikumserfolg bei. „Dass uns Museumsdirektor Rainer Stamm die Räume im Schloss zur Verfügung stellt, ist ein wichtiger Türöffner. Und mit dem Rahmenprogramm, das die Ausstellung über drei Wochen zum Thema in der Stadt macht, sprechen wir viele Interessengruppen an. Grundsätzlich gilt es für uns, Respekt vor allen ausgestellten Arbeiten zu zeigen.“ Fotoarbeiten, die sich nicht mit schönen Sonnenuntergängen befassen, sondern mit den harten Seiten des Lebens. Depressionen sollen die Aufnahmen beim Betrachter dennoch nicht erzeugen.

„Die Pressefotos zeigen, wie die Welt nun mal aussieht“, betont Spitzer-Ewersmann. „Da gibt es schreckliche und traurige Szenen, aber auch welche, die den Lebensmut der Abgebildeten dokumentieren. Es sind, kurz gesagt, Bilder mit Botschaft.“

Bilder, die bei der Amsterdamer WPPF zum Wettbewerb eingereicht werden, erfüllen drei Kriterien: Sie müssen als Pressefoto veröffentlicht und dürfen nicht nachträglich manipuliert worden sein, und sie müssen aktuelles Geschehen des Jahres darstellen. Die Resonanz auf den Wettbewerb 2018: Rund 4500 Fotografen aus 125 Ländern reichten etwa 73 000 Bilder ein. Die Ausstellung zeigt davon die 150 dramatischsten und bewegendsten, darunter auch das aktuelle Pressefoto des Jahres, unter dem Titel „Venezuela Crisis“ vorgelegt von Ronaldo Schemidt (Agentur AFP, Mexiko).

Siegerfotograf Schemidt wird zur Oldenburger Ausstellung erwartet, zudem sind viele andere Pressefotografen mit zum Teil ungewöhnlichen Arbeitsschwerpunkten eingeladen. Die Schau mit ihren Gästen und dem umfangreichen Rahmenprogramm muss mit einem Etat von 55 000 Euro gestemmt werden; 4000 Euro städtischer Zuschuss und einiges Sponsorengeld helfen, diese Summe aufzubringen. „Die Finanzen sind gesichert“, freut sich Claus Spitzer-Ewersmann und gesteht: „Es war viel Zufall, Glück und Mut mit im Spiel, die World Press Photo in Oldenburg mit Erfolg zu etablieren. Denn was wäre gewesen, wenn anfangs keiner gekommen wäre?“ Die Frage ist längst überflüssig: Es kam ja anders...

Klaus Fricke
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.