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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Ausstellung: Wo bald ein Regenbogen leuchten soll

07.10.2017

Oldenburg Einen Rainbow-Room gibt es nicht nur in New York an der Rockefeller Plaza, sondern vielleicht auch bald im Oldenburger Schloss: Doch dieser Regenbogen wird nur in allen Farben leuchten, wenn die Oldenburger mit Geschenken dazu beitragen: Es geht um die legendäre „edition suhrkamp“, die am 2. Mai 1963 mit den ersten 20 Bänden auf den Markt kam und auf jährlich 48 Bände angelegt war. Auch in digitalen Zeiten haben besonders Erstausgaben viele Liebhaber. Stellt man die Jahresbände nebeneinander ins Regal, so ergaben die Einbände von Blauviolett über Orange, Gelb, Grün und Blau genau die 48 Farben des Sonnenspektrums.

Im Zuge der Neugestaltung der Kunstgewerbe- und Design-Abteilung im Schloss wünscht sich das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte möglichst frühe Erstausgaben-Originale dieser Edition von den Oldenburgern, um den Regenbogen abzubilden.

Einige wenige Bände stehen schon in dem schlichten weißen Regal, das neben dem skulpturalen Diamond-Chair (Entwurf Harry Bertoia) hängt. Dazu zählen etwa Bertolt Brechts „Das Leben des Galilei“ als erstes aufgelegtes Bändchen, oder auch Samuel Becketts „Warten auf Godot“ in Violett. Der grafische Vater dieser bis heute als spektakulär geltenden Reihe war Willy Fleckhaus (1925 bis 1983). Er gilt als Workoholic, grafischer Blattmacher (u.a. Magazin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) und stilprägender Zeitschriften- und Buchgestalter jener Zeit.

Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Landesmuseums, hofft, dass sich möglichst viele Oldenburger an der „Farbgebung“ des Regenbogens beteiligen. „Sollten wir mehrere Erstausgaben einer Farbe erhalten, würden wir uns für das besterhaltene und älteste entscheiden“, erklärt er. Ist das Regal aufgefüllt, wird es mit einer Plexiglas-Scheibe verschlossen und als revolutionäres Design der sechziger Jahre glänzen.

Doch bei der Regenbogen-Edition ging es nicht nur um Farbe und Titelgestaltung in schnörkellosen Buchstaben, sondern eben auch um gewichtige Inhalte. Damit die quietschbunten Einbände nicht die Aussagen eines Peter Handkes („Die Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt“) oder eines Ludwig Wittgenstein (Tractatus lobico-philosophicus) entweihten, gab es darunter einen schlicht grauen Einband.

Schwergewichte wie Theodor W. Adorno, Jürgen Habermas, Alexander Mitscherlich oder Silvia Bovenschen veröffentlichten in der Suhrkampschen Regenbogen-Reihe. Und so waren die Bände bald Kult. Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger trugen Schüler und Studenten sie bei sich, hatten bestimmte Stellen unterstrichen oder Seiten per „Eselsohr“ markiert. Die Bände gingen einher mit den gesellschaftlichen Veränderungen der 68er Jahre. Bis heute sind mehr als 2500 Bände in der Reihe erschienen.

Daher hofft man auch im Schloss, dass die Bücher der Regenbogen-Reihe bei vielen überlebt haben und dem Museum jetzt für die Neugestaltung der Kunstgewerbe- und Designabteilung zur Verfügung gestellt werden, die Ende des Jahres – komplett überarbeitet – dem Publikum vorgestellt wird.“

 Wer zum Regenbogen beitragen möchte, wird gebeten, sich bis Ende Oktober unter Tel. 220 7300 zu melden, oder per Mail unter info@landesmuseum-ol.de.

Sabine Schicke stv. Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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