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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Das ist bittere Realität“

17.05.2019

Oldenburg Seine Kindheit verbrachte der jüdische Autor Arye Sharuz Shalicar in Berlin. „In der Schule hatte ich einen deutsch-indischen Freund, der bis zu dem Moment als ich ihm sagte, dass ich Jude bin, mein bester Freund war“, liest der nun 41-Jährige aus seinem neuen Buch „Der neu-deutsche Antisemit“ vor. „Er sagte zu mir, dass alle Juden sterben sollten.“

Als eine „persönliche Analyse“ beschreibt der Autor sein Werk vor rund 25 Menschen in der Aula des Alten Gymnasiums in Oldenburg. Auf seiner Lesereise besuchte der Direktor für Auswärtige Angelegenheiten im Ministerium für Nachrichtendienste am Donnerstag die Universitätsstadt. Die Situation mit seinem ehemaligen besten Freund sei bereits 30 Jahre her, dennoch sei das Thema Antisemitismus aktueller denn je – gerade in Deutschland, betont Shalicar.

Seit 2001 lebt er in Israel, hat eine Familie gegründet. Er hatte sich damals von Deutschland – seiner Heimat – abgewendet, um ein Leben in Sicherheit leben zu können, wie er selber sagt. „Doch durch die aktuellen Ereignisse, besonders in Berlin, hat mich meine Vergangenheit wieder eingeholt“, sagt er. Gerade das habe ihn auch dazu bewegt, sein neues Buch „Der neu-deutsche Antisemit“ zu schreiben. Er fühle sich immer noch sehr mit Deutschland verbunden.

„Früher hieß es ,Juden sind unser Unglück’, heute ist ,Israel unser Unglück’. Das ist bittere Realität. Ich bin hier, um diese Dinge anzusprechen, darauf aufmerksam zu machen“, sagt Shalicar. Tagtäglich würden ihn Briefe oder E-Mails erreichen, indem ihm gedroht werden würde.

Eine Schülerin ergriff im Anschluss an die Lesung das Wort und fragte, was Menschen hier in Deutschland tun könnten, um etwas zu bezwecken. „Das ist eine sehr gute Frage. Allerdings auch die Schwierigste“, versuchte der Autor zu antworten. Es sei nicht nur wichtig die jüdische Geschichte zu verstehen, sondern auch den „heutigen, lebenden Juden“ kennenzulernen. Er forderte die Menschen dazu auf, sich Gedanken zu machen und nicht den klassischen Klischees über Juden Gehör zu geben.

Denn gerade diese Erfahrung habe er häufiger gemacht, dass Menschen – vor allem Jugendliche – sich gar nicht mit dem Juden an sich auseinandersetzen würden, sondern einfach glauben, was sie hören würden.

Am Abend gastierte Shalicar ebenfalls im NWZ-Medienhaus an der Peterstraße und las Passagen aus seinem aktuellen Buch „Der neu-deutsche Antisemit“ vor.

Nathalie Langer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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