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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburger Kulturprojekt: Ab ins Beet: Musikvideo im Garten drehen

18.07.2020

Oldenburg /Bad Zwischenahn Wenn kein Publikum zum Konzert kommt, muss das Konzert eben zum Publikum kommen.

Mit dieser simplen Logik haben Johannes Bichmann und Jens Hudemann ein kleines Corona-Notprojekt auf die Beine gestellt und zusammen Musikvideos produziert, die nun auf Youtube und Facebook zu sehen sind. Geplant war eigentlich etwas anderes, größeres. „Wir wollten in der Flänzburch Musikabende veranstalten – kleine Sessions – und dabei Live-Videos drehen“, sagt Johannes Bichmann. Der Fotograf hatte über Facebook Musiker aufgerufen, sich bei ihm mit fertigen Songs zu bewerben. Als begeisterter Gitarrespieler wollte der Selbstständige damit das Genre Musikvideos erobern. Unter gut 50 Zuschriften hat ihm Jens Hudemanns Sound auf Anhieb zugesagt: Als Strenz macht der 50-jährige Oldenburger Singer-Songwriter Folk – mal solo, mal im Duett, ab und an mit Bandunterstützung. Nach regem Mailverkehr entschloss man sich, das Projekt umzusetzen, es war Anfang April und plötzlich ging gar nichts mehr: Corona.

Als dann noch Stenz’ Produzent und Freund Mitch Hillford verunfallte und erstmal über Wochen ins Krankenhaus musste, wurde klar, dass aus dem Projekt nichts wird. „Nach einer Weile hatte ich keinen Bock mehr, zuhause rumzusitzen und abzuwarten“, sagt Johannes Bichmann. „Musik können wir trotzdem machen, ein Video auch“, hat er zu Jens Hudemann gesagt. Im Bad Zwischenahner Garten zwischen Lavendelsträuchern und Gänseblümchen hinter Johannes Bichmanns Haus haben die Beiden dann „Dear Daughter“ und „Pilgrims“ – ein Lied, das von der Flüchtlingsproblematik erzählt, aufgenommen. Beide Songs würden mit ihrem Schwermut gut in diese Ellenbogen-Zeit passen, findet Johannes Bichmann, der den Aufnahmen sein „Soul-Photo“-Stempel aufgedrückt hat. Sehr reduziert, viel schwarz-weiß ist das Markenzeichen seiner Einmann-Fotoagentur.

Seine Lieder schreibt Stenz selbst – „auf englisch, weil es einfach flüssiger ist“. Früher habe der 50-Jährige viel Deutschrock gehört, Musiker, die gute Texte in ihrer Muttersprache schreiben, hätten seine Hochachtung. Zu Stenz ist Jens Hudemann erst 2014 geworden. Voran gingen verschiedene Bandprojekte.

Die Musik war und ist ein liebgewonnenes Hobby des Diplompädagogen, unter der Woche arbeitet er im Kinderschutzzentrum Oldenburg, Konzerte gibt er in kleinen Locations der Region an freien Tagen. „Geld verdienen kann und will ich damit nicht – mit den ausgefallenen Gigs diesen Sommer habe ich wahrscheinlich 700 Euro gespart“, sagt Stenz. Sein größter Auftritt war letztes Jahr auf dem Kultursommer vor 3000 Zuschauern. Da habe er Blut geleckt und wollte weitermachen – aber dann kam der Lock Down und der Unfall des Produzenten.

An große Konzerte ist auch nach einigen Lockerungen nicht zu denken. Zumindest ein paar Menschen mit den Musikvideos zu erreichen, ist allerdings eine schöne Vorstellung. Und die auftrittsfreie Zeit lässt sich zum Pläneschmieden nutzen: die Sessions in der Flänzburch sollen nachgeholt werden, angedacht ist außerdem ein Videodreh mit einer Oldenburger Nachwuchsmusikerin, Stenz arbeitet an einem neuen Album und Johannes Bichmann übt sich in Kameraarbeit und Schnitttechnik. Das Konzert zum Publikum zu bringen, macht mindestens den beiden kreativen Köpfen Spaß.


Videos anschauen unter: und   www.youtube.com/watch?v=ms1t-dt-zs0  oder   www.youtube.com/watch?v=c2zruhpq4ww 
Mehr Infos: oder   stenz-live.de  oder   soul-photo.com 
Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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