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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Als das Leben aus Bach floss

14.06.2019

Oldenburg Johann Sebastian Bachs letztes, jedoch unvollendetes Werk „Die Kunst der Fuge“ bildet die musikalische Begleitung zur gleichbenannten Choreografie von Antoine Jully, welche am 15. Juni im Oldenburgischen Staatstheater zur Uraufführung gebracht wird.

1751, ein Jahr nach Bachs Tod, hat einer seiner Söhne die Komposition veröffentlicht und eine Art Mysterium darum erzeugt, indem er eindringlich beschrieb, wie der bereits sterbenskranke und blinde Vater kurz vor seinem Tode noch an dem Werk gearbeitet hat. „Inzwischen weiß man jedoch, dass sich Bach schon ziemlich lange mit diesem Zyklus von Fugen beschäftigt hat“, erklärt Dramaturgin Telse Hahmann. „Bereits 1742 entstand eine erste Reinschrift mit vierzehn der Fugen.“

Diese Fugen sind Variationen eines Themas, von dem Bach versuchte herauszufinden, wie viele Variationen er komponieren kann. Dadurch, dass Bach das Werk nicht vollendet hat, ergibt sich eine spannende Frage, die auch Antoine Jully bei seiner Choreografie inspiriert hat: Wie viele Fugen hätte er noch komponiert, und wann hätte er gesagt, jetzt ist das Werk fertig?

Jully hat den Variantenreichtum des musikalischen Themas in einer interessanten und vielfältigen Instrumentierung fortgesetzt. Gemeinsam mit dem Tontechniker und Sänger, bzw. Stimmkünstler Gunnar Brandt-Sigurdsson sind insgesamt 20 Stücke für die Choreografie entstanden. An der Orgel in der Lambertikirche wurden von Tobias Götting vier Stücke eingespielt, das Ventapane Quartett des Oldenburgischen Staatstheaters hat fünf Stücke aufgenommen. Mit einem Pianisten sind zwei weitere Aufnahmen entstanden, eine davon mit stimmlicher Begleitung von Brandt-Sigurdsson. Vier Stücke hat dieser ausschließlich eingesungen. Von zwei weiteren Stücken – mit Cembalo von 1969 und Orchester von 1985 – existierten bereits Aufnahmen.

So sind sehr vielseitige Musikstücke entstanden, die ebenso vielfältig in Tanzsprache umgesetzt werden. Da gibt es den Spitzentanz in Choreografien mit akademischer Tanzsprache wie man es aus dem klassischen Ballett kennt. Dann werden die Spitzenschuhe aber auch ganz ungewöhnlich in modern choreografierten Teilen eingesetzt. „Einerseits ist der Ballettabend musikalisch sehr vielfältig und der doch sehr theoretische Aufbau von Bach wird durch die vielseitigen Klangwelten durchbrochen. Andererseits ist auch die Choreografie sehr abwechslungsreich“, beschreibt Hahmann das Zusammenwirken von Musik und Tanz.

Abgerundet wird die musikalische und tänzerische Darbietung durch ein Bühnenbild, das Jully erdacht hat und von Georgios Kolios umgesetzt wurde. Ein langes, breites Band, welches über die Bühne läuft und von dem man nicht weiß, wo es beginnt und wo es endet, verkörpert die Unendlichkeit. Diese wiederum steht für die Fugen, von denen wir nicht wissen, wie viele Bach vielleicht noch komponiert hätte. Auf das Band werden von Kolios selbst gemalte Formen und Farbverläufe projiziert.
 Premiere hat „Die Kunst der Fuge am Samstag, 15. Juni um 20 Uhr im Kleinen Haus. Es sind noch Karten erhältlich. Weitere Vorstellungen sind u. a. am 21. und 22. Juni, ebenfalls um 20 Uhr. Die letzte Aufführung findet am 6. Juli statt. Tickets gibt es an der Theaterkasse, unter Telefon  2225-111 und online über:


     tickets.staatstheater.de 
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