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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Denkmäler füllen sich mit Leben

10.09.2018

Oldenburg Dutzende Gebäude, Kulturstätten und Einrichtungen hatten am Sonntag geöffnet. Das Interesse war groß; die regulär oft nicht zugänglichen Adressen lockten beim „Tag des offenen Denkmals“ viele Besucher an.

Kino Globe

Misst man den Erfolg oder Zuspruch einer Veranstaltung am Tag des Denkmals an der Anzahl der Fahrräder, die „vor dem Hause“ stehen, so gehörte das „Globe“ sicher zu den Gewinnern. Sehr lebhaft war es schon auf dem Platz vor dem Eingang. „Käthe Kaffee“ aus Oldenburg war da, Freunde und Förderer boten feine Torten an. Musikalisch ging es von Duo Soro über feinsten Balkanpop mit „Dinner 44“ bis hin zu „Globe goes Opera“ mit Alexandra Scherrmann, Tamasz Wija und Felix Pätzold vom Oldenburgischen Staatstheater; nicht zu verschweigen die „Big Bandits“, die Oldenburger Bigband. Dr. John Goodyear kam aus Birmingham (Großbritannien) rüber, um über die Geschichte des Globe unter dem Titel „Als das Globe noch britisch war“ zu referieren. Dem Vortrag liegt eine Forschungsarbeit an der Universität Birmingham zugrunde.

Dr. Nicola Haßold-Piezunka vom Vorstand ist überzeugt: „Das Globe lebt davon, dass sich ganz viele Menschen interessieren. Die Vision des Globe ist jetzt schon lebendig.“ Sie heißt alle Oldenburger und Gäste herzlich willkommen mitzumachen. „Gerade jetzt in der Sanierungsphase brauchen wir noch viele helfende Hände“. Elisabeth von Wedel-Gödens vom Vorstand ist ebenfalls überwältigt vom Zuspruch, der dem Projekt entgegenkommt. „Handwerker werden zurzeit besonders gesucht“, sagte sie in ihrer Begrüßung vor rund 150 Menschen im Saal. Unter den Gästen ist Russel Greenwood, ein Weggefährte von Goodyear und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Jade-Hochschule. „Es wird ein spannender Nachmittag in Oldenburg“, ist er sich mit seinem Kollegen Peter John sicher.

Friedhof

Schnell war die Trauerhalle auf dem Alten Jüdischen Friedhof gefüllt; ein Großteil an Zuhörern musste von draußen zuhören. Bodo Gideon Riethmüller, Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, erzählte rund 300 Personen die Geschichte des Friedhofes und vom Schicksal der Trauerhalle. Sie wurde von Leo Trommer gestiftet und am 1. Mai 1921 übergeben. Architekt war Heinrich Biebel.

Das große runde Glasmalfenster stammt von Georg Karl Rohde aus Bremen. Während der Novemberpogrome 1938 wurde erfolglos versucht, die Halle in Brand zu setzen. Riethmüller machte deutlich, dass eine Grabstelle für Juden für die Ewigkeit sei und in Besitz des Toten bleibt. „Eine Exhumierung eines Verstorbenen ist nur auf Wunsch der Angehörigen möglich und dann auch nur, wenn die Gebeine in Israel wieder ihre Ruhestätte finden“, erklärte Riethmüller. Eine Synagoge sei nur solange eine Synagoge, wie sich zwei Thorarollen in dem Gebäude befinden.

Gunda Tuchenhagen und Karsten Friedrichs-Tuchenhagen nutzten die Öffnung des Friedhofes, um sich auf den sogenannten Erinnerungsgang, der in diesem Jahr von der Cäcilienschule organisiert wird, vorzubereiten.

Dazu legten sie weißes Papier auf die Stele und „rubbelten“ Namen, Sterbedatum und andere Angaben mit einem Wachsstift ab. „Die Veranstaltung heute war sehr informativ und eine gute Darstellung der jüdischen Geschichte in Deutschland“, so die beiden Lehrer. Auf dem rund 2500 Quadratmeter großen Friedhof sind 300 Grabstellen untergebracht. Die älteste davon ist die von Gerschon Reyersbach. Er wurde 1815 dort beerdigt.

Cäcilienbrücke

Auf der Cäcilienbrücke ging es ein bisschen ruhiger zu. Auch weil der Raum, wo die Rollblocktechnik gezeigt wird, ein wenig klein ist. Angela Boomgaarden und Jörg Heidenreich erläuterten, welche Technik sich bewegen muss, damit die Brücke gehoben oder gesenkt wird. „Die Menschen sieht sehr interessiert“, so die Brückenführer.

Landesmuseum

Auch im Landesmuseum für Natur und Mensch war man mit dem Interesse der Oldenburger sehr zufrieden. Die Mitarbeiter freuen sich schon auf die Nacht der Museen am 22. September, an der sich das Haus ebenfalls beteiligt.

Mausoleum

Auch wenn Hausherrin Caroline Herzogin von Oldenburg in diesem Jahr nicht persönlich die Führungen im Mausoleum auf dem Gertrudenkirchhof angeboten hat, so konnte sich Dr. Jörgen Welp, stellvertretender Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Oldenburg, über Zuspruch nicht beklagen. Er führte rund 400 Personen in drei „Schüben“ durch die Halle.

Mit mehr als 8000 offenen Denkmalen wird dieser Tag als die größte Kulturveranstaltung Deutschlands vom Veranstalter, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, deklariert. Einige Besucher meinten, sie hätten von der Vielfalt nichts gewusst und seien überrascht, was es in Oldenburg alles zu sehen gebe.

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