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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Per Dampfer nach Tsingtau

18.01.2019

Oldenburg Passend zum 40-jährigen Bestehen der Gesellschaft für Deutsch-Chinesische Freundschaft (GDCF) in Oldenburg ist ein neues Buch erschienen. Geschrieben hat es die Oldenburgerin Gerlinde Pehlken. Sie erzählt darin die Geschichte von dem jungen Bernhard Ruhstrat.

Sein Vater, der Oldenburger Ernst Ruhstrat, geht 1890 mit seiner Frau nach Zhenjiang in die Provinz Jiangsu. Beim Kaiserlichen-Chinesischen-Seezoll verdient er sein Brot seit 1881 in verschiedenen Positionen und Regionen. Bernhard ist eines von fünf Kindern, wird 1895 geboren und besucht neben internationalen Schulen in Shanghai ab 1908 die deutsche Knabenschule in Tsingtau.

Häufige Prügeleien

Ohne Begleitung fährt er von Shanghai mit dem Reichspostdampfer in die deutsche Kolonie Tsingtau. Er versteht sich weder mit dem Internatsleiter noch mit dessen Frau. Mit seinen Schulkameraden prügelt er sich häufig. Bernhard sehnt sich nach seiner Familie und schreibt während der Schulzeit unzählige Briefe an seine Eltern, denen er selbstgemalte Bilder und Zeichnungen beifügt. Seine Verzweiflung ist so groß, dass er im Sommer 1910 alleine über Bremerhaven wieder nach Oldenburg zurückkehrt.

Die Grundlage für diesen 240 Seiten starken Roman ist das schriftliche Erbe der Familie Ruhstrat und hier vor allem die Briefe von Bernhard aus dem Alumnat in Tsingtau an seine Mutter in Jiujiang.

Über Kolonialismus

Die unverfälschten Berichte eines Jugendlichen aus einer Zeit des Kolonialismus sind ein Beispiel interkultureller Kommunikation. In der Familie sprach man Deutsch, mit anderen Ausländern Englisch und mit dem Personal Pidgin Englisch, eine Mischung aus Chinesisch und Englisch, was auch als Handelssprache in China diente. „Auch wenn die Geschichte in China spielt, hat sie sehr viele Oldenburger Bezüge“, sagt Verleger Florian Isensee. Das Buch „Bernhards Briefe – Schuljahre in Tsingtau“ ist im Isensee Verlag erschienen. ISBN 979-3-7308-1494-9, 12,90 Euro.
 Für eine Ausstellung „Qingdao/Tsingtau“ sucht die GDCF noch Dokumente und Fotos. Wer etwas anbieten möchte, kann sich melden unter Telefon  9 73 64 88 oder g.pehlken@gdcf-oldenburg.info. Die Ausstellung soll vom 19. September bis 2. November in der Landesbibliothek zu sehen sein und das Leben in Tsingtao anhand von Oldenburger Bürgern zeigen.

Grafik zum Thema als PDF.

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