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Aktualisiert vor 44 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Mit Yumiko und Kindern in Yokohama

10.03.2018

Oldenburg 14 Jahre hat der Oldenburger Peter-J. Alexander (67) in Japan gelebt: mit Yumiko, seiner Frau, in die er sich dort verliebt hat, und viele Jahre auch mit den drei Kindern des Paars, Ernst-Kenji („gesunder Samurai“, 22), Lilly Julia („die Blume“, 20) und Victor-Yûji („freundlicher Samurai“, 14). Für jeden, der Japan verstehen möchte, hat Alexander nun ein Buch geschrieben: „Gaijin – Zuhause in Japan“ über das Leben einer Oldenburger Familie in Yokohama. Es ist bei Isensee erschienen und kostet 10,90 Euro (140 Seiten, zahlreiche Fotos) – informativ, respektvoll, persönlich, kurzweilig, kulturstark und mitten aus dem japanischen Leben, vor und hinter den Kulissen.

1987 war der Berufsschullehrer für ein Schulprojekt für sechs Jahre im Auftrag der IHK nach Tokio gegangen. Aus Liebe und Begeisterung ist der damalige Abteilungsleiter der BBS Wechloy 2008 mit seiner japanisch-deutschen Familie und den drei Kindern erneut losgezogen: als stellvertretender Leiter der Deutschen Schule Tokyo Yokohama. Jetzt ist er wieder zurück und hat sehr frische Erinnerungen an das heutige Japan: an den Umgang miteinander, an die Bedeutung von Familie und Nachbarschaft, den Stolz auf das eigene Land, die Art zu bauen und zu wohnen, an Reinigungsrituale und häusliche Gartenkultur.

Alexander nimmt den Leser mit in seine Schule, ins Alltagsleben, er versucht, in Japans Seele zu blicken und die Säulen von Kultur und Gesellschaft zu verstehen: gegenseitige Verpflichtung, das Mitgefühl, die verschiedenen Gesichter angesichts des unbedingten Bemühens um Haltung, über den Geist der Samurai, Geduld und Disziplin, die Tugend der Bescheidenheit, Harmonie, auch die Verständigung durch Schweigen, die Unschärfen der Kommunikation und das enorme Gruppenbewusstsein.

Der Wahl-Japaner blickt auch auf die Schwierigkeit, als Ausländer („gaijin“) in einer erzkonservativen japanischen Familie um die Hand der Tochter anzuhalten („das hat zweieinhalb Jahre gedauert“): aus purer Ablehnung des Schwiegervaters, der seine Tochter vor allem nicht irgendwann in die Ferne – nach Deutschland – verlieren wollte, wurde „später regelrecht Liebe“, sagt Alexander.

Auch die starke Verbundenheit der Japaner mit der Natur lernt der Leser zu verstehen: ihre sechs Jahreszeiten einschließlich Pflaumenregen und Wirbelwinden, die Bedeutung von Koi und Katze, Bonsai, Bambus und Kirschblüte, grünem Tee, Sake und Reis. All das gehört zu Japan –leider genauso wie die Erdbebengefahr, die zum Jahrestag der Fukushima-Katastrophe am 11. März wieder weltweit zum Thema wird. Alexander führt am Ende des Buches die Katastrophe erneut vor Augen. Er weiß, wie die Folgen das Land bis heute beschäftigen und die ganze Region – früher eine der Kornkammern des Landes – und ihre Bewohner in ärgste Mitleidenschaft ziehen. Er sagt: „Wenn Fuku-shima auf einem Lebensmittel steht, bleibt es in den Regalen liegen.“ (Sein erstes Buch hat er 2013 speziell über Fukushima geschrieben – unter dem Titel „Japan im Jahr des Drachen“; Isensee, 9,80 Euro.)

Seit eineinhalb Jahren lebt die Familie nun wieder in Oldenburg. „Die große Freundlichkeit der Oldenburger hat uns das ganz leicht gemacht, auch meiner Frau“, sagt Alexander, der auf der Stabsstelle Integration an der BBS Wechloy daran arbeitet, dass möglichst viele Geflüchtete es hier schaffen: in Schule, Betrieb und Alltag. Er weiß, wie sich die Fremde anfühlt – und wie man dort klarkommt: „Man muss selbst den ersten Schritt machen und versuchen, die dortige Sprache, hier also deutsch, zu sprechen, man darf sich nicht danebenbenehmen, sondern muss die Regeln einhalten und sein Gastland nicht ablehnen, sondern sich anpassen.“

Karsten Röhr Redakteur / Redaktion Oldenburg
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