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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Treffen sich ein Dirigent und ein DJ...

11.03.2019

Oldenburg Geht bei Beginn einer Theateraufführung der Vorhang hoch, so fällt der rund 20 mal 20 Meter große Stoff bei „Classic meets Pop“ unter dem Motto „New Generation“ in der großen EWE-Arena einfach runter auf den Boden. Um aber gleich den Blick auf das riesige Orchester des Staatstheaters Oldenburg frei zu machen. Eine glanzvolle, lautstarke Eröffnung des Abends setzt ein, die von energiegeladenen bunten Tänzerinnen und lila Scheinwerfern, die übers Publikum rasen, visuell und akustisch fantastisch in Szene gesetzt wird. Mehr als 3000 Zuschauer sind da. Und das jeweils Freitag und Samstag.

Der Dirigent des Orchesters, Jason Weaver, lässt das „Ja“ des Publikums auf die Frage „Geht es Euch gut?“ solange wiederholen, bis es die ihm genehme Lautstärke und Begeisterung erreicht hat. Annie Heger, gerade erst von einem Grünkohlessen aus Japan an die Hunte zurückgekehrt, will auch sofort Lokalkolorit in die Szene bringen und begrüßt mit einem lauten „Moin, moin“. Sie zeigt sich in einer Tracht aus Spitze und Seide, deren Schleppe ihr von ihrem Moderator-Kollegen Manfred Scholz elegant nachgetragen wird.

Scholz, dessen Mutter nach Angaben von Heger noch auf den Wohnzimmerschrank gestiegen war, um die Antenne des Schwarz-Weiß-Fernsehers zu halten, gehöre wohl nicht mehr zur „Next Generation“. Und auch auf Heger treffe dies nur bedingt zu. Dafür aber auf viele der heutigen Künstler, die das Publikum beeindrucken.

Stimmen

„Tolle Mischung mit stimmgewaltigen, kurzweiligen Beiträgen. Annie Heger und Manfred Scholz machen das sehr gut.“ Dietmar Schütz , ehemaliger Oberbürgermeister

„Es war mutig, diesen Weg zu gehen. Aber auch die Kinderdarbietungen waren toll. Besonders die Schlussszene hat mir gut gefallen.“ Maik Böse , Eventmanager

„Es hat nur zwei Proben vorher gegeben. Ich hatte ganz schön Lampenfieber, aber als ich auf der Bühne stand, war alles vergessen.“ Jakob Renz (8 Jahre), Ansgari-Chor

„Wir hatten diesmal weniger echte Klassik und waren auch nicht ganz so rockig wie sonst. Dafür wurde mehr junge Musik gespielt. Das Motto ‚Next Generation‘ hat uns zu Experimenten veranlasst und Grenzen entdecken lassen. Für 2020 sind schon 1000 Karten verkauft.“ Reinke Haar , Veranstalter „Classic meets Pop“

„Es war wieder das typische Oldenburger Publikum: Sie haben alle innerlich gebebt und platzten dann in Höchstform heraus. Das Publikum kommt mit einer großen Erwartungshaltung. Die Wertschätzung der Darbietung durch die Zuschauer war sehr groß.“ Annie Heger , Moderatorin

„Wir sind seit elf Jahren jedes Jahr dabei. Wie immer hat die Veranstaltung grandiose Darsteller. Sie hat in den Jahren jede Menge an Professionalität zugenommen“, sagt später Zuschauerin Elke Wagner. Dem stimmt auch Onno zu Jeddeloh zu. „Es gibt jedes Jahr etwas Neues“. Er muss es wissen, denn er besucht die Veranstaltung seit vier Jahren und wird auch 2020 wieder dabei sein. „Annie Heger mit ihrem trockenen friesischen Humor gefällt mir besonders gut.“

Zwischendurch gehen die Moderatoren ins Publikum und entdecken lokale Größen zum Gespräch. Dem Generalintendanten des Oldenburgischen Staatstheaters, Christian Firmbach, entlocken sie, dass er sehr stolz auf sein Orchester ist. „Man muss sich bei dieser Form des Theaters immer wieder neu erfinden“, sagt er bei der Party nach der Show. Seiner Meinung nach könne man über solche niederschwellige Angebote auch einen Teil der Menschen in sein Theater locken.

Denn auf der Bühne ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Gruppe Black Belt Artists aus Bockhorn glänzt mit zackigen und eleganten Karatefiguren zu Igor Strawinskys Feuervogel. Selbstredend, dass diese tänzerisch eleganten Bewegungen mit Flammen über Flammen begleitet werden. Danach aber wieder die große Oper mit Jason Kim: Granada von Agustin Lara. Später trifft DJ Clemens Brock mit seinen Beats auf den Sound des Staatstheaters.

Die Witzeleien der beiden Moderatoren leiten elegant zu den einzelnen Programmteilen über. Scholz ist der Meinung, dass Heger ein typisches Radiogesicht habe und Heger bestätigt, dass die Stadt Oldenburg sehr schön sei, besonders da sie neben der Stadt Delmenhorst liege.

Dann gibt es Deutsch-Pop von Echopreisträger Ayman: „Mein Stern“. Noch mehr in Wallung bringt das Publikum allerdings die Oldenburger Soulgröße Esther Filly, in Pünktchen (oben) und schwarzem Tüll (unten) bringt sie eine Hommage an Amy Winehouse.

Annie Heger beweist sich anschließend als sprachliches Multitalent und bringt ihre Muttersprache Plattdeutsch zusammen mit dem zum „Plattdeutsch konvertierten“ Gerrit Hoss zum Besten, bevor sie in der Pause ihr Kleid wechselt. Von petrol-schwarz zu glutrot – ohne Schleppe.

Nach der Pause wird ein Feuerwerk der Klänge, Töne und Stimmen geliefert. Alle Interpreten kommen nacheinander noch einmal auf die Bühne und geben ein Repertoire ihrer Sangeskunst ab. Das Finale bildet der Auftritt von Jakob Renz (8) als Frontmann. „Wozu sind Kriege da?“, fragt er frei nach Udo Lindenberg, zusammen mit Gerrit Hoss und allen Interpreten. Gesungen von einem Achtjährigen, bekommt da so mancher im Publikum tatsächlich feuchte Augen.

Etwas unglücklich verliefen die Show allerdings für ein paar Zuschauer, die die schon lange vorgenommene Vorverlegung der Shows auf 19 Uhr (wegen der minderjährigen Künstler) nicht mitbekommen hatten und daher zu spät kamen. Das betraf diejenigen, die an Vorverkaufsstellen bar bezahlt hatten und daher nicht vom Veranstalter über die Änderung informiert werden konnten. „Für die hatten wir Infozettel vorbereitet und angeboten, auf die Show ganz zu verzichten und die Karten zurückzugeben oder bei verspätetem Eintreffen die Hälfte des Preises zu erstatten“, sagte Veranstalter Reinke Haar.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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