• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Einsatz hilft Mensch und Tier

30.04.2018

Oldenburg Es gibt so viele Bereiche, die ohne ehrenamtliches Engagement nicht auskommen. Im Tierheim oder beim Sportverein ist das den meisten auch bewusst. Aber wer weiß schon, dass der Nachwuchs im Handwerk ohne Einsatz von Freiwilligen neben ihrer eigentlichen Arbeit keine Prüfungen ablegen kann? Wie groß die Variation im Ehrenamt ist, zeigen die nominierten Personen auf dieser Seite.

Acht Frauen und Männer wurden auch in dieser Woche ausgewählt, ihre Aufgabe und ihre Institution, die dahintersteht, zu repräsentieren. Zwei von ihnen kommen als Wochensieger in die Jury-Endauswahl für die Titel „Oldenburgerin des Jahres“ und „Oldenburger des Jahres“, die auch in diesem Jahr wieder von NWZ und Volksbank vergeben werden.

Mit dabei ist in dieser Woche zum Beispiel Bernhard von der Pütten, der ganz klassisch sein Leben in einem Verein verbracht und dabei so gut wie alle Posten mal bekleidet hat, die es so gibt. Wer in Oldenburg Fußball spielt, hat ihn vermutlich schon irgendwann mal als Schiedsrichter erlebt. Dass er auch mit 79 Jahren nicht ans Aufhören denkt, zeigt, wie viel Spaß ihm das macht.

Eine ganz andere Art der ehrenamtlichen Arbeit hat Frauke Gräßel geleistet, die aktiv im Vorstand der Polygenos-Genossenschaft mitwirkte. Das Ergebnis der Tätigkeit von ihr und ihrem Team an der Straße Am Stadtmuseum ist umso sichtbarer. Nachdem das Geld zusammenkam, konnte die Genossenschaft das Poly-Haus kaufen, sanieren und als Kulturraum erhalten.

Interessant ist auch der Blick auf Hilke Knolles Aufgabe: In ihrem Ehrenamt macht sie noch mehr Ehrenamt möglich. Für die Agentur Ehrensache berät sie nämlich Menschen, die ebenfalls einen Beitrag für die Stadt leisten wollen, aber denen ein Ansatz fehlt, wie sie vorgehen sollen.

Ob einer von ihnen am Ende den Titel „Oldenburger des Jahres“ tragen wird, wird am 7. Juni bei einer Feier im Schlosssaal bekanntgegeben. Auf dem Weg dorthin können alle Leser der NWZ abstimmen, wer ihre Favoriten sind. Die Wochensieger kommen in die Jury-Entscheidung. Unter allen, die sich an der Abstimmung beteiligen, verlosen wir drei Mal 100 Euro.

Die Teilnahme ist hier möglich.

Oliver Dolleck: Setzt sich für die Schule ein

Drei Kinder führten dazu, dass Oliver Dolleck seit vielen Jahren mit der Grundschule Bloherfelde zu tun hat. Relativ schnell erklärte er sich auch bereit, in der Klassenelterschaft und im Schulelternrat die Geschicke mitzugestalten und macht das bereits im achten Jahr. „Man kann als Eltern auch mal den Arm bei Themen heben, bei denen die Schule selbst sich zurückhalten muss“, sagt der 45-Jährige. Gemeinsam mit den anderen Eltern hat er zum Beispiel für mehr Lehrerstunden und zusätzliche Unterstützung durch Sozialarbeiter gekämpft. Daneben gehört die Unterstützung bei der Organisation zum Beispiel bei Weihnachts- und Einschulungsfeiern zu Dollecks Aufgaben. Zudem ist er Schatzmeister des Fördervereins.

Hilke Knolle: Berät andere Ehrenamtliche

Wer sich engagieren möchte, aber keine Idee hat, in welchem Bereich er das tun soll, der kann sich bei der Agentur Ehrensache von Hilke Knolle beraten lassen. Anhand eines Fragebogens und eines Gesprächs findet sie für jeden einen passenden Verein, ein Projekt oder eine Initiative. „Wir haben rund 400 Institutionen im Computer“, sagt die 72-Jährige. Darüber hinaus engagiert sich Knolle für den Oldenburger Warenkorb in der Kennedystraße. Dort wird gespendete Neuware, wie Kleidung oder Haushaltswaren, für Bedürftige sehr günstig verkauft. Das verdiente Geld ist wiederum für einen guten Zweck bestimmt. Besonders das Verkaufen von Waren bei bereitwilligen Händlern ist dabei sehr mühsam.

Ralf Böttjer: Organisiert Berufsprüfungen

Auch die Berufsausbildung funktioniert nicht ohne ehrenamtliches Engagement. Ralf Böttjer hat als ehrenamtliches Mitglied des Prüfungsausschusses der IHK für die Berufe Elektroniker für Betriebstechnik und Elektroanlageninstallateur seit 1999 rund 3000 Prüfungsteilnehmer betreut. Der 54-Jährige, der als Ausbildungsleiter bei Avacon arbeitet, kümmert sich vor allem um Terminvergabe und das Organisieren der Prüfer. Zudem entwickelt er seit 2007 bundesweite Prüfungsaufgaben. „Ausbilden und Prüfen gehört für mich zusammen“, sagt er.

Ursula Holz: Hat ein Herz nicht nur für Katzen

Eine eigene Katze hatte sie schon immer. Für einen Hund fehlte Ursula Holz aber die Zeit. Also fragte sie vor 15 Jahren beim Tierheim an, ob sie nicht als Gassi-Gängerin unterstützen könne. Aus diesem Engagement wurde schnell mehr. Die 63-Jährige begann, das Katzengehege in Schuss zu halten und immer mehr Aufgaben rund um die Haltung der Samtpfoten zu übernehmen. Auch wenn bei Veranstaltungen oder anderen Arbeiten Not am Mann ist, ist Holz gerne bereit, zu helfen. Auch im Tierschutzverein als Träger des Tierheims engagiert sie sich als 2. Vorsitzende.

Karl Grotheer: Gibt Schülern eine Stimme

Häufig wird in verschiedenen Gremien lediglich über Schüler geredet. Karl Grotheer möchte dafür sorgen, dass die Schüler mitreden können. Seit eineinhalb Jahren engagiert sich der 16-Jährige, der das Gymnasium Eversten besucht, im Stadtschülerrat. „Weil es politisch durchaus Möglichkeiten gibt, Dinge zu gestalten“, sagt er. Zunächst war er Pressesprecher, dann 2. und jetzt 1. Vorsitzender. Dem Schüler geht es darum, die Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring zu stärken und sich in den Bereichen Inklusion und IT-Ausstattung der Schulen einzusetzen. Zuletzt machte der Stadtschülerrat auf sich aufmerksam, als es um die Zukunft des Hauses der Jugend und um die Weiterführung der Förderschule Lernen (für deren Erhalt er plädierte) ging.

Tasja Spannagel: Als Patin Zeit gespendet

Über die Agentur Ehrensache suchte Tasja Spannagel ein Ehrenamt, als sie nach Oldenburg zog. Das Programm der Bildungspaten sagte der 26-Jährigen sofort zu. Nach einer Vorbereitung bekam sie einen Jungen aus dem Irak vorgestellt, der heute zehn Jahre alt ist. Ein Jahr lang traf sich Spannagel wöchentlich mit dem Jungen und nahm oft auch seine Schwester mit dazu. Als Patin war es ihre Aufgabe, Dinge zu unternehmen, die Spaß machen, damit die Kinder auf diese Weise ihre neue Heimat kennenlernen. Das konnten Ausflüge sein, aber auch einfach mal gemeinsames Backen oder das Lesen eines Buches. Inzwischen ist das Projektjahr beendet. Spannagel hat sich aber fest vorgenommen, den Kontakt zu dem Jungen nicht abreißen zu lassen.

Bernhard von der Pütten: Mehr als 50 Jahre an der Pfeife

Seit mehr als 50 Jahren ist Bernhard von der Pütten als Schiedsrichter aktiv. Der Wechsel vom Spieler an die Pfeife, den er aufgrund von Verletzungen vollzog, „war eine der großartigen Sachen, die das Leben so schreibt“, sagt der 79-Jährige. Noch heute leitet er mindestens 50 Partien pro Jahr. Darüber hinaus kümmert er sich als Obmann bei Blau-Weiß Bümmerstede um den Schiedsrichter-Nachwuchs. Viele weitere Positionen hatte er über die Jahre im Verein inne. „Wenn du kommst, dann haben wir ein ruhiges Spiel“, sei das schönste Lob, das er sich vorstellen kann.

Frauke Gräßel: Engagiert im Poly-Haus

Als es darum ging, das heutige Poly-Haus als Kulturraum zu erhalten, war Frauke Gräßel gleich zu Beginn dabei. Dass das Gebäude und die gegründete Genossenschaft Polygenos so viele verschiedene Menschen zusammenbrachte, „fand ich von Anfang an spannend“, sagt die 35-Jährige. Sie und ihre Mitstreiter schafften es, 275 000 Euro über Genossenschaftsanteile zusammen zu bekommen und das Gebäude zu kaufen. Gräßel war erste Aufsichtsratsvorsitzende und stellte später durch Vermietungen das Projekt auf eine finanziell solide Basis.

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.