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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Filmfest Oldenburg: Sie macht jeden Film verständlich

13.09.2019

Oldenburg Das Filmfest Oldenburg würde als Publikumsereignis kaum funktionieren, gäbe es sie nicht: die Untertitel. Die kleinen Übersetzungen am zumeist unteren Bildrand sind unerlässlich, um die Arbeiten aus fremdsprachigen Ländern zumindest grob verstehbar zu machen. Und je besser die Untertitel sind, desto verständlicher ist ein Film aus den USA, Indonesien oder Estland.

Eine, die um das Zusammenwirken von optischer Magie und sprachlicher Begleitung weiß, ist Dagmar Jacobsen. Die Geschäftsführerin des Berliner „alias Film und Sprachtransfer GmbH“ ist seit Jahren Gast des Filmfestes, auch weil sie bei der Menge ausländischer Produktionen erleben kann, was Übersetzungen, Untertitel oder „Voice over“ bewirken können. Für sie steht fest: „Untertitel machen einen Film zunächst einmal international vermarktbar. Sie können ihn zudem verbessern, vielleicht sogar vergolden. Sie können ihn aber auch zerstören.“

Damit Letzteres nicht eintritt, hat Dagmar Jacobsen für alias-Film „zehn Gebote des Untertitelns“ aufgestellt. Darin wird gefordert, sich mit einem Film zunächst intensiv zu befassen und ihn zu analysieren, bevor man sich ans Übersetzen macht. Unverzichtbar ist auch die Vorgabe, Bandwurmsätze zu meiden. „26 Zeichen pro Zeile und genug Zeit-Abstand zwischen den einzelnen Einblendungen sind eine Faustformel bei uns“, erklärt die alias-Gründerin, die zugleich Produzentin, Dialogautorin und Regisseurin ist. Beim Filmfest ist sie zudem als Unterstützerin des neuen Audacity-Preises für Wagemut im Film aktiv – gesponsort wird die Untertitelung der Siegesarbeit.

Es ist vor allem die Arbeit mit Sprache, die das Untertiteln so spannend macht. Schließlich müsse, meint Jacobsen, der Sinn, aber auch die Atmosphäre eines Werks erhalten bleiben. Slang vom Original uninspiriert ins Hochdeutsche zu übersetzen, sei zwar möglich, übergehe aber die Aussage der Vorlage. „Der Filmdialog ist die Prosa, der Untertitel das Gedicht“ ist ihr Anspruch an die Arbeit von „alias“, egal ob bei Dokumentationen über französische Philosophen oder Komödien wie „Fack ju, Göthe“. Und wenn am Ende auch die Filmemacher mit den Untertiteln ihrer Werke zufrieden sind, „ist alles gut“, lächelt Dagmar Jacobsen vieldeutig.

Klaus Fricke
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