• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

So wurden diese beiden „Blind & Hässlich“

18.09.2017

Oldenburg Jona weiß nicht mehr weiter. Ihr Abitur hat sie abgebrochen, bei der Mutter ist sie ausgerissen. Kurzerhand versucht sie in der Blindenwohngemeinschaft bei ihrer Cousine unterzukommen. Doch das geht nur, wenn sie auch blind ist – oder es dem Vermieter zumindest vortäuschen kann. Ein wenig Schielen und ein Blindenstock machen die Täuschung perfekt. Sie bekommt das Zimmer. Doch spätestens als sie mit Ferdi eine Beziehung eingeht, holen sie ihre Lügen ein.

Jona war die erste große Hauptrolle der Schauspielerin Naomi Achternbusch. Im Rahmen des Oldenburger Filmfests stellte die 23-Jährige zusammen mit Regisseur und Hauptdarsteller Tom Lass den Film „Blind & Hässlich“ vor.

Lass war bereits 2013 zu Gast beim Filmfest. Mit dem Streifen „Kaptn Oskar“ gewann er dort den „German Independence Award“ und die weibliche Hauptrolle des Films bekam den „Seymour Cassel Award“. „Das war für den Film die erste Auszeichnung und auch für mich zum damaligen Zeitpunkt eine der bedeutendsten.“

Im aktuellen Film spielt der 34-Jährige die Rolle des Ferdi – er fühlt sich hässlich und lernt an seinem Tiefpunkt Jona kennen. Eine Besonderheit an Lass’ Filmen ist, dass er seine Darsteller improvisieren lässt. Wenn Schauspieler in den Szenen spontan agieren, sei das authentischer als die einstudierten, festgesetzten Szenen, erklärt der Regisseur.

Obwohl es Achternbuschs erste große Rolle war, meisterte sie die Improvisation problemlos. Das mag an der Vorbereitung liegen, so Achternbusch: „Wir haben uns vor Drehbeginn ungefähr jede Woche getroffen, und ich habe gelernt zu improvisieren.“

Eine Blinde zu spielen, muss allerdings geübt werden. Achternbusch besuchte dazu eine Blindenschule. Lass stellte ihr Aufgaben, beispielsweise mit verbundenen Augen zu frühstücken. Darüber hinaus konnte sie sich viel abschauen von Kollegin Clara Schramm, die in dem Film Jonas blinde Cousine spielt. „Und das Schielen haben wir auch geübt“, sagt Lass.

Das Thema Blindheit habe schon länger in ihm gearbeitet. Und die Frage, was jemanden zu einer Blinden hinziehen würde. Eine Person, die sich hässlich fühlt, könnte Zuneigung zu einer Blinden entwickeln, gerade weil sie ihn nicht sehen kann, meint er.

Auch Lass ist mit ähnlichen Selbstzweifeln vertraut. „Es ist etwas, das ich aus meinen Teenager-Jahren kenne. Aber wer kennt das nicht?“, fragt er. „Insofern ist es eine allgemeine Geschichte – aber mit einer Figur, die das extrem auslebt.“

Naomi, deren Vater der bekannte Filmemacher Herbert Achternbusch ist, kennt Jonas Verhalten aus ihrem eigenen Leben. „Ich kann mich auf jeden Fall mit dem Fliehen-Wollen identifizieren“, und dem Glauben, dass man dadurch Probleme lösen könnte.

Bevor die zwei Hauptdarsteller des Films ihre nächsten Projekte in Angriff nehmen, kommt „Blind & Hässlich“ in die Kinos. Der 98-minütige Film ist ab 21. September deutschlandweit zu sehen.

Anna-Lena Sachs
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

Weitere Nachrichten:

Filmfest

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.