• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Stargast Keith Carradine ist sich für nichts zu schade

15.09.2018

Oldenburg Sich mit 69 Jahren auf Knien hinunter auf den Fußboden zu beugen, um symbolisch für die Fotografen mit dem Jackett-Ärmel die Platte mit seinem Namen zu polieren, das würde auch nicht jeder machen. Schauspieler Keith Carradine ist sich in diesen Tagen für kaum etwas zu schade, um dem Oldenburger Filmfest den Glanz der Stars zu verleihen. Wohl auch deshalb wurde am Freitag ihm der zwölfte Stern auf dem Oldenburger „Walk of Fame“ vor der OLB-Zentrale gewidmet.

Bereits bei der Eröffnungsgala am Mittwochabend strahlte Carradine viel gute Laune am roten Teppich aus, wirkte auch bei Interviews nie gestresst oder genervt. „Ich bin hier, um dem Festival zu dienen“, relativiert er im Gespräch mit der NWZ seine eigene Prominenz.

Vorher vom Festival an der Hunte gehört, da ist er ganz ehrlich, hatte er nicht. „Aber als ich erzählte, dass ich nach Oldenburg fahre, bekam ich immer wieder die Reaktion, dass es dort fantastisch sei und dass ich eine tolle Zeit dort haben werde“. Sein Freund Stacy Keach zum Beispiel, dessen Name ebenfalls auf dem „Walk of Fame“ verewigt ist, beglückwünschte ihn zu dieser Reise.

Aufgefallen sei ihm sofort der Enthusiasmus des Publikums, der sich zum Beispiel in einer nahezu vollen Kongresshalle zeigte, obwohl ein nicht leicht zu verdauender Film auf Russisch lief. „Hier geht es um die Filme und nicht um die Filmindustrie“, sagt Carradine. Die nämlich habe einen Weg eingeschlagen, der ihm im Ergebnis selten Grund gebe, ins Kino zu gehen.

Hier finden Sie ein Spezial zum Filmfest Oldenburg

Dass die Oldenburger in seine Filme gehen, dafür ist die Anwesenheit des bekannten Schauspielers aus Amerika natürlich hilfreich. Und er ist durchaus neugierig auf die Reaktionen. „Denn es werden mit Sicherheit viele Zuschauer dabei sein, die noch nicht einmal geboren waren, als ich ein paar von diesen Filmen gedreht habe.“ Und wenn ein Werk die Zeit überdauert und auch neue Generationen vereinnahmen könne, sei das schon etwas Besonderes.

Zudem bekomme er selten direkte Rückmeldung wie auf solchen kleinen Festivals, die nah am Publikum stattfinden. Von diesem Standpunkt aus kann er dem Rummel, der um ihn als prominentem Gesicht entsteht, durchaus etwas abgewinnen. Zumal er – anders als das bei der Berlinale oder in Cannes der Fall wär – hier nicht einer unter vielen ist, sondern das Zugpferd des Festivals. „Natürlich fühle ich mich dadurch geschmeichelt“, sagt Carradine. „Aber vor allem freue ich mich über die Anerkennung für meine Arbeit.“

Die hätte er natürlich gerne auch für seine jüngste Arbeit. Auch „Ray Meets Helen“ von Regisseur Alan Rudolph läuft im Festivalprogramm. Ob eine „Geschichte über die transzendierende Natur der Liebe“, ein schon unzählige Male verfilmtes Thema, immer noch funktioniert, das möchte Carradine gern vom Publikum erfahren.

Dass er dabei eindeutig einen alten Mann spielt – im Gegensatz zu anderen Schauspielern seines Alters, die immer noch versuchen, junge Männer zu mimen – stört ihn nicht. „Ich kann nur das spielen, was ich bin. Wenn ich etwas anderes versuche, nehmen mir es die Leute ohnehin nicht ab und es wird irgendwie peinlich.“ Und solange er im echten Leben beweglich genug ist, um seinen Stern auf dem Boden zu polieren, kann das Alter ja ohnehin noch keine wirkliche Last sein.

Filme mit Keith Carradine: Trouble in Mind, Samstag, 16.30 Uhr, Cine k/Muvi; The Duellist, Samstag, 19 Uhr, Cine k/Muvi; Ray Meets Helen, Sonntag, 14.30 Uhr, Cine k/Muvi

Patrick Buck
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2114

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.