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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Drama ohne Happy End

02.10.2018

Oldenburg Bevormundung und Unterdrückung von Frauen, Zwangsheirat, Scheidung, ihr eigenes Kind im Stich lassende Eltern – „Effi Briest“ ist reich an Dramen. An diesem Dienstag feiert das Stück ab 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus des Staatstheaters.

Jeder, der den Roman von Theodor Fontane gelesen hat, wird wohl ähnliche Gefühle gehabt haben: Empörung und Wut über das Verhalten der Eltern und des Ehemannes von Effi und Enttäuschung über ihre geringe Gegenwehr. Auch Schauspielerin Rebecca Seidel kann das sehr gut nachvollziehen. Sie spielt die Rolle der Effi von Briest in der Oldenburger Bühnenfassung von Peter Hailer und Bernd Schmidt. „Ich glaube, den Prozess des Wütendseins haben wir alle durchgemacht, als wir uns mit den damaligen gesellschaftlichen Strukturen im Buch beschäftigt haben“, sagt sie. „Das Korsett der Gesellschaft ist aber einfach so eng gestrickt. Effi kann nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten handeln. Trotzdem oder gerade deswegen ist sie eine starke Persönlichkeit.“

Seidel sieht Effi als eine Art Folie, auf die andere Wünsche, Hoffnungen und Vorstellungen projizieren. Seien es ihre Eltern, die sozialen Aufstieg und Wohlstand dem Glück ihrer Tochter vorziehen, oder der Baron von Innstetten, der eine vorzeigbare Ehefrau braucht. Alle benutzen Effi eigentlich nur für ihre Zwecke. Wobei Dramaturg Matthias Grön anmerkt: „Irgendwie sind alle Figuren Opfer. Aber irgendwie sind alle auch selbstverantwortlich für ihr eigenes Unglück.“ Denn glücklich geht aus dieser Geschichte niemand heraus.

Vom ursprünglichen Roman mit seinen vielen Um- und Beschreibungen ist vieles gestrichen worden. Der Plot bleibt aber natürlich erhalten. Regisseur Peter Hailer und Bernd Schmidt haben die Figuren auf neun Persönlichkeiten verdichtet. In knapp 50 Szenen entwickeln sich die Figuren sehr schnell. „Ein Roman wird sechsmal aus der Hand gelegt“, sagt Hailer. „Aber aus dem Theater kommt man ja nicht raus. Der Sog beispielsweise innerhalb dieser Ehekonstellation ist schon gewaltig und wird durch die Dramatisierung noch verstärkt.“

Für einen besonderen Effekt sorgt eine musikalische Ebene, die ins Stück eingewoben wurde. Helen Wendt singt als Marietta Trippelli und begleitet auf diese Weise die Beziehung von Effi und ihrem Geliebten Major von Crampas. Sie wird dabei auf der Bühne von Cindy Weinhold unterstützt, die für das gesamte musikalische Arrangement verantwortlich zeichnet.

Neben Rebecca Seidel sind unter anderen Franziska Werner als Luise von Briest zu sehen, Fabian Felix Dott als Geert von Innstetten und Johannes Schumacher als Major von Crampas. Weitere Vorstellungen folgen am 10. und 20. Oktober. Es wird noch bis Februar 2019 gespielt.

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