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NWZonline.de Region

Oldenburger Historiker erhalten zehn Millionen Euro Förderung

14.11.2017

Oldenburg Jahrhunderte lagerten die Logbücher, Frachtlisten und andere Dokumente vergessen in britischen Archiven. Oldenburger Historiker wollen diese nun erfassen, digitalisieren und veröffentlichen. Dafür erhalten sie knapp zehn Millionen Euro aus dem von Bund und Ländern finanzierten Akademienprogramm. Die sogenannten „Prize Papers“ seien historisch einmalig, teilte die Projektleiterin an der Universität Oldenburg, Dagmar Freist, am Montag mit. „Sie sind nahezu unberührt und können uns viel über das tatsächliche Leben der Menschen in der Frühen Neuzeit verraten.“

Die Prize Papers (deutsch: Prisenpapiere) stammen aus der Zeit der Seekriege von 1600 bis 1817. Damals sicherten die Besatzer alle Schriften an Bord von gekaperten Schiffen, um vor Gericht zu beweisen, dass diese feindlich waren. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Archivare den unsortierten Bestand entdeckt, dessen Potenzial aber nicht erkannt. Erst Freist und ihr Team begannen 2012 damit, die mehr als drei Millionen Dokumente systematisch zu sichten. Erbeutet wurden diese bei 28.000 Kaperungen von niederländischen, portugiesischen, italienischen, französischen und deutschen Schiffen.

Das Akademienprogramm ist nach eigenen Angaben das größte geistes- und sozialwissenschaftliche Forschungsprogramm Deutschlands. Es dient der Erschließung, Sicherung und Bewahrung des kulturellen Erbes.