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Aktualisiert vor 14 Minuten.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Fotoschau im Schloss endet mit Besucherrekord

11.03.2019

Oldenburg Ruhig ist es, ganz oben unterm Dach des Oldenburger Schlosses. Und leer. Keine Menschen mehr, die staunen, diskutieren, fragen und nachdenken über die sprechenden Bilder – Fotos, die die Welt bewegt haben.

Nach vier Wochen werden die weltbesten Aufnahmen des vorletzten Jahres mit Lastwagen nach Amsterdam zurücktransportiert. Und da? „Zerschreddert“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann. „Oldenburg ist der letzte deutsche Standort für die Schau.“ Nach der hundertsten Stadt haben die großformatigen Abzüge ausgedient und werden in den Niederlanden als Hauptsitz der World Press Photo vernichtet. So traurig das ist, hat der Initiator der Oldenburg-Auflage etliche Gründe, sich zu freuen: „Wir haben die 19 000 geknackt“, sagt’s und schiebt noch 46 weitere hinterher. „Der letzte zahlende Besucher kam um 17.35 Uhr, allein 4200 an diesem Wochenende.“ Was damit auch klar ist: Beachtliche 2251 Besucher mehr als im Vorjahr hat es diesmal ins Schloss gezogen, um sich von den Bildern begeistern zu lassen.

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Viele waren Oldenburger, etliche Gäste sind aus Bremen und dem Umland oder Hannover gekommen – schließlich nimmt Oldenburg in Niedersachsen und Bremen mit der einzigen Ausstellung eine Monopolstellung ein. „Und dann sind da noch die Besucher aus Zürich. Aus Ulm oder Kassel“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann – „all jene, die die Schau in ihrer Heimatstadt verpasst haben.“ Bei seinen sonntäglichen Stippvisiten im Schloss hat der Mediavanti-Chef nicht nur verschiedene Dialekte sondern auch konträre Meinungen gehört. „Es wurde viel diskutiert, wildfremde Menschen sind miteinander ins Gespräch gekommen.“ Anlass zum debattieren gab nie die Qualität der Bilder, mehr die Motive. Die haben auch in diesem Jahr wieder für öffentliche Auseinandersetzungen gesorgt. Die beiden Themenabende – Podiumsdiskussion und Foto-Talk – waren sehr gut besucht.

Claus Spitzer-Ewersmann, für den das umfangreiche Rahmenprogramm mit 14 Veranstaltungen das „persönliche Lieblingskind“ ist, kann sich besonders für die Sonntagsmatineen in der Buchhandlung Isensee begeistern. „Klein aber fein.“ 30 bis 50 Gäste sind an den Vormittagen mit geladenen Fotografen ins Gespräch gekommen. Gut gefragt – und ausgefragt – war auch Jesco Denzel bei seinem Auftritt im Stadtmuseum. Der Bremer musste viele Antworten geben und von seiner Arbeit als deutscher Regierungsfotograf erzählen.

Weil nach der Schau vor der Schau ist, grübelt Claus Spitzer-Ewersmann bereits jetzt darüber, welche Fotografen er im kommenden Jahr seinen Gästen vorstellen will. Dabei hat der Organisator jetzt erstmal eine Baustelle im Schwabenland zu beackern: Ende Juni richtet das Oldenburger Team die World Press Photo 2019 in Balingen aus. „Das Programm wird nicht ganz so groß ausfallen, wie hier“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann. Und bei uns? Kriegen wir nächstes Jahr noch mehr geboten? „Irgendwo gibt es ein Limit. Mal sehen, wann wir das erreichen“, hält sich der Oldenburger bedeckt.

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Ausbaufähig könnte vielleicht der Bereich Digital-Storytelling sein. Die Ergänzung um Filme, Animationen und Grafiken in einem Extra-Ausstellungsraum fand in diesem Jahr eine deutlich größere Resonanz. Was auch an dem jungen Publikum liegen könnte. Den Altersdurchschnitt schätzt Claus Spitzer-Ewersmann auf Mitte Dreißig und damit rund 25 Jahre jünger als der übliche Schlossmuseumsbesucher. Fotografie sei im medialen Zeitalter nun einmal Fachgebiet jüngerer Menschen. Auffällig waren die stets großen Gruppen von Besucherinnen. Was die weibliche Sicht auf das Weltgeschehen und damit verbundene Aufnahmen angeht, ist die Ausstellung wohl noch ausbaufähig. Für die kommende Wahl des weltbesten Pressefotos ist ein deutlich höherer Anteil Fotografinnen nominiert. Mitte April wird Spitzer-Ewersmann bei der Gala in Amsterdam sehen, was die Welt zu sehen bekommt.

Die Museumsmitarbeiter sollten sich also nicht zu sehr an die gespenstische Ruhe im Dachgeschoss des Schlosses gewöhnen. Die nächste World-Press-Photo-Schau mit ihren Bildern, die Geschichten erzählen, kommt bestimmt. Und mit ihnen auch die Besucher. Wie 2019. „Aber diese Zahlen hat kein Mensch erwartet“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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