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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Stadt gibt Synagogen-Grundstein an jüdische Gemeinde zurück

20.06.2019

Oldenburg Es ist ein bewegender Moment, als Rabbinerin Alina Treiger am Mittwoch mit Mitgliedern ihrer Gemeinde jüdische Lieder in hebräischer Sprache im Alten Rathaussaal erklingen lässt. An einem Tag, den Oberbürgermeister Krogmann wohl zurecht „historisch“ nennt. Weil er etwas geraderückte, das über Jahrzehnte falsch lief: Der Grundstein der früheren Synagoge an der Peterstraße ist 60 Jahre nach seinem Fund wieder in den Besitz der jüdischen Gemeinde Oldenburg übergegangen.

Am 2. Mai 1854 hatte Großherzog Nicolaus Friedrich Peter den Grundstein gelegt, gefüllt unter anderem mit dem in einen Metallplatte gravierten Satz „Möge Segen sie empfahen, welche dieser Stätte nahen.“ Dass dieser Wunsch leider nicht in Erfüllung ging, dafür steht nicht zuletzt das Jahr 1938. Während der Reichspogrome des NS-Regimes wurde auch die Synagoge in der Peterstraße vollkommen zerstört.

Am 21. August 1959 fanden dann Bauarbeiter auf dem Grundstück den Grundstein. Der Inhalt landete über Umwege im Braunschweigischen Landesmuseum, in dessen Besitz er heute noch ist. „Dem Stein selbst wurde der symbolische Wert vielleicht nicht so sehr beigemessen“, berichtete Sabine Stührholdt, Provenienzforscherin am Stadtmuseum. Er verschwand über lange Zeit in den Magazinen ihres Museums, wurde 1988 bei einer Sonderausstellung zur Pogromnacht ausgestellt, verlor dann aber wieder seine Inventarnummer und blieb weitere Jahrzehnte verschwunden. Bis er zuletzt wiederentdeckt und sein Wert erkannt wurde.

So berichtete die NWZ am 22. August 1959

Krogmann übergab ihn jetzt offiziell in den Besitz der jüdischen Gemeinde. Die wiederum überlässt ihn dem Stadtmuseum als Dauerleihgabe. Er soll einen festen Platz in der Dauerausstellung bekommen. „Wir hoffen auf einen Platz für oldenburgisch-jüdische Stadtgeschichte im neuen Stadtmuseum“, sagte Gemeindevorsitzende Elisabeth Schlesinger.

Ebenfalls ins Oldenburger Museum, als Leihgabe aus Braunschweig zunächst für fünf Jahre, kommt der metallene Inhalt des Grundsteins. Die Papierdokumente sind aufgrund ihres Zustands derzeit nicht ausstellbar. Stührholdt hofft auch für alle Fundstücke aus dem Stein auf eine dauerhafte Lösung zugunsten Oldenburgs. Eine Anfrage an die Kollegen in Braunschweig habe es bereits gegeben.

Patrick Buck Redakteur / Redaktion Oldenburg
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