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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Oldenburger Staatstheater bietet würdigen Rahmen

11.11.2019

Oldenburg Einig waren sich alle Redner bei der Gedenkfeier zur Erinnerung an die Pogromnacht vor 81 Jahren: Das Staatstheater war ein würdiger Rahmen für eine Gedenkveranstaltung. Am 9. November 1938 hatte das Naziregime hunderte Synagogen im Land anzünden, Juden ermorden und jüdische Geschäfte in Flammen setzen lassen.

Generalintendant Christian Firmbach wollte mit der Einladung auch „ein Zeichen für die Öffnung des Hauses setzen“. Nicht unerheblich sei in diesem Zusammenhang das Erscheinen des Buches „Wo die Sprache fehlt – Eine visuelle Annäherung an das jüdische Leben in Oldenburg“ von Farschid Ali Zahedi, sagte Firmbach.

Rabbinerin Alina Treiger zelebrierte das jüdische Hawdala: Man verabschiedet sich vom Schabbat am Samstagabend und begrüßt die neue Woche. Dazu gehören Wein und Gewürze, um die Sinne zu beleben, und eine brennende Kerze, die später in der Weinschale gelöscht wird.

Begleitet wurde die Zeremonie vom Chor aus Mateh Asher. Während des Gesangs hebt man das Weinglas und riecht an den Gewürzen. Als die Kerze gelöscht ist, wird in allen Sprachen, beginnend mit hebräisch, eine gute Woche gewünscht. Die Rabbinerin beschränkt sich an diesem Abend auf drei Sprachen.

Erinnerung an Leo Trepp

Die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Oldenburg, Dr. Elisabeth Schlesinger, wies auf die alte Tradition hin, immer am 9. November eine Gedenkfeier in Oldenburg zu begehen. „42 jüdische Männer Oldenburgs wurden unter Aufsicht der SA-Trupps an der brennenden Synagoge in der Peterstraße vorbeigeführt“, so Schlesinger. Allen voran Leo Trepp, der damalige Landesrabbiner von Oldenburg, der anschließend nach Sachsenhausen deportiert wurde. Sie stellte fest, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung damals nicht gegen die Gräueltaten gestellt habe. Auch heute sei mehr Zivilcourage nötig – auch mit Verweis auf Halle.

Schlesinger begrüßte die Resolution des Rates der Stadt, seine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu erklären und sich gegen jede Form von Antijudaismus und Antisemitismus zu wenden. Ratsherr Jonas Christopher Höpken hatte die Resolution eingebracht. Schlesinger schloss mit den Worten: „Wir müssen aus der Vergangenheit lernen, in der Gegenwart leben und für die Zukunft hoffen“. Bürgermeisterin Petra Averbeck wünscht sich mehr Solidarität mit den Juden in Oldenburg.

Angereist war auch Eyal Raiz, stellvertretender Landrat von Mateh Asher. „Wir müssen uns erinnern und dürfen es nie vergessen“, mahnte er das Publikum. Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann plädierte für eine Genauigkeit in den Formulierungen und kritisierte, dass man von „jüdischen Mitbürgern“ spreche. „Die Juden sind Bürger unseres Landes und keine Mitbürger“, so Hoffmann.

Sehr beachtenswert war die Bilderprojektion, die die Fotos aus dem Buch „Wo die Sprache fehlt“ von Farschid Ali Zahedi in Großformat auf der Leinwand zeigte. Währenddessen spielten Tigran Sudzhijants und Christoph Rabbels, Bratschisten des Staatstheaters, das Lament for Two Violas von Frank Bridge (1879 – 1941). Anschließend sprach Alina Treiger das Gebet „El male rachamim“, in dem es um die Seelen der sechs Millionen Juden während der Shoah geht. „Wir trauern um sie“, sagte die Rabbinerin.

Andachtsvolle Musik

Zum Abschluss spielte das Flötenensemble der Musikschule von Mateh Asher Werke von Mozart und anderen bekannten Komponisten. Es folgten großartige Darbietungen verschiedener Gruppen der Musikschule. Ein Chor, bestehend aus 13 Mädchen und jungen Frauen zwischen 12 und 18 Jahren, alles Gesangsstudentinnen, unterhielt das Publikum mit faszinierender Vokalmusik und wunderbaren Soli, eine Band der Musikschule ergänzte das mit kraftvoller, moderner Musik. Begeisterter Applaus war der Dank für diese Leistung.

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