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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Erfüllte Liebe löst in Schumann Schaffensdrang aus

23.01.2018

Oldenburg Robert Schumann und die neun Jahre jüngere Clara Wieck sind so etwas wie das Traumpaar der musikalischen Romantik. Nach einem langen Streit mit Claras Vater, seinem ehemaligen Klavierlehrer, erzwang Schumann vor dem Appellationsgericht Leipzig im August 1840, seine Geliebte gegen den Willen des Vaters heiraten zu können. Dieses Jahr ist als rauschhaftes „Liederjahr“ in die Musikgeschichte eingegangen

Beflügelt von den realen Ereignissen seiner Liebesgeschichte schrieb Schumann mehr als 120 klavierbegleitete Kunstlieder. Diese Geschichte und die kompositorische Produktivität aufnehmend, hatte die am Staatstheater engagierte Mezzosopranistin Melanie Lang ein stimmiges Programm mit Briefen und Liedern zusammengestellt.

Die Briefe und die biografische Hinführung wurden im erstaunlich gut besuchten Großen Haus des Staatstheaters von Fabian Kulp (Erzähler), Fabian Felix Dott (Robert) und Agnes Kammerer (Clara) in Kostümen der Biedermeier-Zeit vorgetragen.

Mit dem wie immer bewährten und sensibel die Poesie Schumanns einfangendem Spiel von Carlos Vázquez am Klavier sang Melanie Lang in intensiven 75 Minuten eindringliche Lieder, jeweils passend zur Gemütslage und Seelenstimmung in bestimmten biografischen Situationen, darunter auch sechs Lieder aus der Feder von Clara.

Die Liebesgeschichte und das Eheglück der beiden wird heute zunehmend unter dem Druck und den Prämissen von „Emanzipation“ rezipiert. Die Lieder und Briefe der Schumanns sprechen eine andere Sprache: es geht um Liebe und um bedingungslose seelische Hingabe an den anderen.

Gerade der als Muster einer angeblich falschen Geschlechterordnung herangezogene Liederzyklus „Frauenliebe und -leben“ nach dem eigentlich neunteiligen Gedichtzyklus von Adelbert von Chamisso – das versöhnliche Ende mit der Hochzeit der Enkelin wird ignoriert – macht das musikalisch deutlich.

Melanie Lang sang mit viel Anteilnahme und dem Ausdruck vom inneren Schicksal einer jungen Frau, von den ersten Regungen der Verliebtheit. Die Schönheit der Lyrik, die Poesie der Musik und die Ausdrucksstärke und Ernsthaftigkeit des Gesangs reichten hin, um das Auditorium nicht nur über den Zeitabstand hinweg zu erreichen, sondern auch anzurühren, in einem ganz respektablen Sinn von der Stärke und Wucht dieser ungemein dicht imaginierten Frauenseele betroffen zu sein.

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