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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Trotz Karnevalsbeginn schlicht gekleidet

14.11.2017

Oldenburg In launiger Frühstücksatmosphäre war Kabarettist Urban Priol im Café „Farbwechsel“ des Horst-Janssen-Museums zu Gast. Mit seinem 25-jährigen „Winterkombi – mein analoges Fahrzeug“ – war der 56-Jährige nach Oldenburg gefahren, um Moderator Alexander Brauer im Radioformat „Herbstgäste“ für Bremen Zwei Rede und Antwort zu stehen. Eine Stunde lang schwelgte der Kabarettist in Erinnerungen, hatte dabei aber auch immer wieder kleine Pointen zum aktuellen politischen Geschehen parat.

Zunächst dominierte jedoch das große rheinische Thema, denn um 11.11 Uhr an jenem 11.11. wurde parallel in Köln der Karneval eingeläutet. Der „Jeck“ Priol war jedoch ungewohnt schlicht angezogen. „Ich verkleide mich so häufig im Jahr, da muss es nicht auch noch an Karneval sein“, beantwortete Priol die Frage, ob er sich zu Fasching auch verkleide. „Ich habe mal auf den 11.11.2011 in Köln übernachtet und was da um 11.30 Uhr schon los war, mag man gar nicht glauben“, schmunzelt der Kabarettist, „am besten war aber, als jemand auf mich zukam und meinte, er habe mein Kostüm erkannt und ich hätte mich als Urban Priol verkleidet.“

Auch ohne Kostüm habe Priol schon zu Kindheitszeiten häufig mit seinen lustigen Auftritten für Lacher innerhalb der Familie gesorgt. Priol erinnert sich: „Ich komme aus einem Sozialdemokratischen Elternhaus. In unserer Verwandtschaft hingegen haben wir ein paar „Hardcore-CSUler“ und bei Familientreffen predigte meine Mutter jedes Mal, dass der politische Streit bis nach der Suppe warten muss. Nach der Suppe kam es dann aber auch dazu – und immer, wenn es ausartete, musste ich mit meinen Imitationen schlichten. Danach durfte ich dann ins Bett.“

Schon früh sei er deshalb mit der Politik in Kontakt gekommen. Die Kabarettkarriere Priols habe dann gleichzeitig mit der von Helmut Kohl am 1. Oktober 1982 begonnen.

Während seiner Studienzeit in Würzburg habe der Kabarettist erst richtig gelernt, zu takten und auch dem Publikum mal das Ende einer Pointe zu überlassen. Der richtige Umgang mit Lampenfieber fiele ihm aber heute noch schwer, gesteht Priol: „Damals hatte ich schon vier Wochen vor meinem Auftritt vor 85 Leuten Lampenfieber. Heute, ja heute geht das doch schon ein bisschen besser“.

Eine Kunstfigur auf der Bühne zu spielen, sei Fluch und Segen zugleich. Besonders freue er sich nun, endlich sich selbst auf der Bühne zu repräsentieren. Priol erklärt: „Es war schon immer mein Wunsch, einfach ich selber auf der Bühne zu sein.“ Die Aktualität seines Programms sei ihm wichtig. So könne er sich morgens über die Schlagzeilen aufregen und abends alles Angestaute direkt wieder loswerden. Das sei wie eine kostenlose Therapie für ihn.

Und komme es trotz der Therapie mal zu seiner dreitägigen Herbstdepression, dann würden Freunde, Familie und frische Luft besonders guttun. Vor allem, weil er zu dieser Jahreszeit an der frischen Luft seiner Leidenschaft, dem Pilze sammeln nachgehen könne. Wenn er nach zehnminütiger Suche immer noch keinen Pilz gefunden hat, dann fluche er halt vor sich hin. Aber das würde helfen.

Nach seinem Auftritt als Herbstgast ging es für Priol in seinem „analogen Fahrzeug“, wie er seine Oldtimer nennt, nach Osnabrück, um am Abend den Frust über die aktuellen Themen loszuwerden.

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