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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

1. Hate-Slam Der Nwz: Grünversiffte schwarz-braune Lügenpresse!?

27.04.2019

Oldenburg /Im Nordwesten „Lügenpresse!“ ist ja seit einiger Zeit die kürzeste, simple Form der Journalisten-Beleidigung. Wie kreativ Leserinnen und Leser darüber hinaus werden können, zeigten mehrere Redakteurinnen und Redakteure der Nordwest-Zeitung in der Kulturetage.

Und ach, wie schön wäre es, wenn an dieser Stelle – und in der Kulturetage – nur Kommentare wie dieser hier folgen würden: „Ich wünsche Ihnen innere Reinigung, gegebenenfalls in einem Gebet zu unserem gütigen, liebenden Gott, damit Sie Heilung erfahren dürfen. Gott segne Sie!“ Doch diese Segenswünsche aus der Kategorie „Kurioses und Verrücktes“ waren nur der seichte Anfang dessen, was mitunter täglich in den Postfächern, Briefkästen und Kommentarspalten der NWZ landet.

Unterste Schublade am Schreibtisch

Denn schon in der zweiten Kategorie „Die unterste Schublade“ kamen die mit „no hate“ (kein Hass) beschrifteten und im Publikum verteilten Herzen zum Einsatz. Diese wurden verteilt, um bei besonders viel Hass in die Höhe gehalten zu werden. Ein symbolisches Zeichen gegen verbale und moralische Entgleisungen.

Sie kamen „mannigfaltig zum Einsatz“ könnte man schreiben, aber da wäre die Diskrepanz zwischen Veranstaltungsbericht und Wortwahl der Kommentierenden doch zu eklatant. Kostprobe (Entschuldigung, da müssen Sie jetzt durch): „Das ist halt die NWZ! Ein kleines, peinliches Blatt voller Fehler (meist absichtlich). Die Zeitung wird von Männern betrieben, die einen kleinen Penis haben, dafür aber ein fettes Auto fahren.“ Aber, das muss dem Schreibenden gelassen werden, ein bisschen Spaß wird den Redakteuren dann doch gegönnt: „Schad, Oldenburg hätte Besseres verdient. Aber Hauptsache sie können sich am Schreibtisch schön einen runterholen.“

Vielleicht ein bisschen zu starker Tobak für die morgendliche Zeitungslektüre? Tja, sowas lesen Journalisten regelmäßig. „Wir waren wirklich erschrocken, wie viel in dieser Kategorie zusammengekommen ist“, gab Lars Reckermann zu. Unerwähnt durfte in der Kulturetage aber auch der wohl schlimmste Kommentar nicht bleiben, der vor einigen Jahren sogar vor Gericht landete – und dem Kommentator eine Strafe einbrachte. Auf eine Wiedergabe wird hier verzichtet.

Alexander Will im Special

Besonders deutliche werden viele Leserbriefschreiber und Kommentatoren indes, wenn es um die Kategorie „Politik“ geht oder wenn jemand so häufig das regionale und vor allem überregionale Geschehen kommentiert wie Dr. Alexander Will.

Dieser saß zusammen mit NWZ-Chefredakteur Lars Reckermann sowie seinen Kolleginnen und Kollegen Inga Wolter, Christian Schwarz, Ellen Kranz und Tonia Hysky auf der Bühne. Der Unterschied: „Kollege Will“ hatte seine eigene Kategorie. „Hätten deine Eltern besser verhütet, wäre uns sowas wie dich erspart geblieben“ ist nicht das Einzige, was sich Will regelmäßig als „widerlich, feiger Schreibtischtäter“ regelmäßig anhören muss.

„Wer in die Sauna geht, muss mit Hitze rechnen“, leitete Will sein Special ein. Aber auch der gestandene – und durchaus hartgesottene – Kommentator, musste bei einem ganz besonderen Fall gestehen: „Das war das Einzige von dem ganzen Schmutz, der mir wirklich an die Nieren gegangen ist.“ Es ging um ein ganz kurzes Schlagwort, welches, in Anspielung auf einen Film von Quentin Tarantino eine kaum verhohlene Todesdrohung war.

Doppelte Belastung

Ob nun Weltgeschehen, Sport, Lokalnachrichten oder Kommentare: Manch Leser vergisst in Leserbriefen, Onlinekommentaren oder auf anderen Kanälen schnell seine gute Kinderstube. Die Beleidigungen, Vorurteile und andere Hassbotschaften beschränken sich dabei aber nicht nur auf Journalisten. Denn das, und das zeigte der Abend in der Kulturetage ebenfalls, wird häufig vergessen: Journalisten müssen nicht nur mit den Kommentaren klarkommen, die gegen sie gerichtet sind. Nein, sie müssen auch das lesen, was Bürgerinnen und Bürger an Hass gegen verschiedenste Menschengruppen in die Kommentarspalten kippen.

Aber, auch das muss man zugeben, zwischen all dem Hass, der den Kolleginnen und Kollegen regelmäßig um die Ohren fliegt: Lustige Kommentare, bei denen nicht nur das Publikum lachen musste, gab es auch reichlich. Eine Prise Selbstironie durfte an der einen oder anderen Stelle auch nicht fehlen.

Therapeutische Wirkung

Doch viel wichtiger: Hass gab es an diesem Abend wirklich nur auf Papier. Das Publikum vergab regelmäßig die No-Hate-Herzchen, um den schlimmsten Kommentaren zumindest symbolisch nachträglich noch etwas entgegenzusetzen. „Für uns hat dieser Abend auch etwas therapeutische Wirkung“, musste Lars Reckermann dann auch zugeben.

Eine musikalische Ansage gegen all die hasserfüllten Kommentarfunktion-Nutzer gab es in der Kulturetage übrigens auch. Zu verdanken ist dies Emily, Eike und Eric. Extra für die Hate-Slam-Premiere schrieben und sangen sie „See you later, alle Hater“.

Der Hate-Slam im Video

Wer keine Karte für die innerhalb kürzester Zeit ausverkaufte Veranstaltung bekommen hat, der muss derweil nicht auf bewegte Eindrücke des Abends verzichten. Am Mittwoch, 8. Mai, wird das Medienmagazin Zapp des NDR einen Beitrag über den Hate Slam der NWZ senden. Die Sendung beginnt um 23.20 Uhr.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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