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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kritik-Brief spricht vielen Gläubigen aus der Seele

15.06.2019

Oldenburg Der Missbrauchsskandal hat sie schockiert. „Was katholische Priester mit Kindern gemacht haben, das hat mich in den Grundfesten erschüttert“, sagt Marianne Haak. Die 70-Jährige ist fest in der katholischen Kirche verwurzelt; die pensionierte Religionslehrerin gestaltet Kindergottesdienste in der Pfarrei St. Willehad mit, singt im Kirchenchor, und seit einigen Jahren betreut sie Migrantenkinder.

Die katholische Kirche ist ihre Heimat. „Austreten kam für mich nie in Frage; wenngleich viele aus meinem Bekanntenkreis der Kirche wegen des Missbrauchsskandals den Rücken gekehrt haben.“

Die Sorge, dass die deutschen Bischöfe die Aufarbeitung versäumen und sich mit schönen Worten begnügen, treibt sie um. Zusammen mit Gerhild Frerichs-Schönbohm, 50, einer engagierten Kollegin aus der Pfarrei, entstand die Idee, Kardinal Reinhard Marx einen Brief zu schreiben.
„Die Strukturen in der katholischen Kirche müssen geändert werden!“ steht in fett gesetzten Buchstaben über dem Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Ein „absolutistisches Machtsystem“ sei die Kirche. Gefordert wird „Mitbestimmung in allen Bereichen“, auch bei der Wahl der Bischöfe. Die verpflichtende Ehelosigkeit der Priester müsse abgeschafft werden. Frauen sollten Eucharistiefeiern vorstehen dürfen. „Wir wollen uns in unseren Gemeinden geschwisterlich nach der Botschaft Jesu richten“, heißt es als zentrale Forderung.

Andrea Abeln, die sich im Forum St. Peter engagiert, hatte unabhängig von den beiden Verfasserinnen bereits Gespräche über mögliche Aktionen geführt. „Ich stehe hinter den Forderungen“, sagt die 52-Jährige. „Das ist das, was wir wollen.“

Anfang Juni haben die drei Frauen ihren Brief in den Sonntagsgottesdiensten in der Forumskirche vorgelesen und um Unterschriften gebeten. „Die Reaktion war überwältigend“, erzählt Marianne Haak. „Es gab tosenden Beifall. Einige Leute sind sogar aufgestanden.“ Ganz offensichtlich habe der Brief vielen Gottesdienstbesuchern aus der Seele gesprochen. An der Unterschriftenliste bildete sich eine lange Schlange.

An diesem Wochenende wollen die drei Frauen den Protestbrief in den Gottesdiensten in St. Willehad (Samstag 18 Uhr, Sonntag 11.15 Uhr) vorlesen und Unterschriften sammeln. Auch in St. Marien liegen der Brief und Unterschriften zum Sonntagsgottesdienst um 11 Uhr aus. „Den Brief dort auch vorzulesen, hat uns Pfarrer Jan Kröger leider nicht erlaubt“, sagt Marianne Haak.

In den kommenden zwei Wochen, so ist der Plan, soll der Brief zusammen mit den Unterschriften zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz geschickt werden. Doch damit nicht genug. Der Kreis der Frauen, die sich nicht abfinden wollen mit dem Stillstand in der Kirche, hat sich erweitert. „Wir sind jetzt schon 13“, sagt Marianne Haak stolz. Und weitere Aktionen sind in Vorbereitung. Schön wäre es, so überlegt Marianne Haak, wenn wir einen Gottesdienst gestalten können, in denen Frauen Aufgaben eines Priesters übernehmen.
 Wer Kontakt aufnehmen will, schreibt eine Mail an mariannehaag@googlemail.com

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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