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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kinder- und Jugendbuchmesse: Großbritanniens schönste Seiten in Oldenburg

06.11.2019

Oldenburg Das ist ja mal wieder typisch: schlechtes Essen, schwarzer Humor, großartige Musik. Die Queen. Shakespeare. The Beatles. Teatime und Scones. Ach ja: und die Sache mit dem Brexit.

Very british sind auch exzellente Geschichtenschreiber. Angefangen bei Charles Dickens über Paddington-Bär-Schöpfer Michael Bond bis zu Harry-Potter-Mama J.K. Rowling. Natürlich haben die Werke dieser Autoren bei der Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse Kibum Platz. Aber auch alles andere, unerwartete, neue, untypische. „Welcome!“ lautet das Motto der 45. Messe für Nachwuchsleseratten.

316 Veranstaltungen – Lesungen, Theater, Konzerte, Ausstellungen, Zaubershows, Clownerie und ein Kinderfilmfestival – erwarten kleine und große Besucher an zehn Tagen im Kulturzentrum PFL und zugehörigen Veranstaltungszentren. Elf Autoren aus Großbritannien und sieben aus der Bundesrepublik sind ab diesem Samstag zu Gast in Oldenburg. Ein großer Teil des Programms ist zweisprachig gestaltet. Über den Tellerrand gucken können Kibum-Gäste aber nicht nur lingual. Christian Kühn vom Bibliotheks- und Informationssystem der Uni stellt seit den Gründungstagen der Kibum in den 70ern das literarische Programm zusammen. In diesem Jahr hat der Oldenburger aus dem Vollen schöpfen können – in der englischsprachigen Autorenlandschaft sind viele Talente angesiedelt.

Tipps für Weltretter

Dreikäsehochs dürfen sich auf „Die Story der drei kleinen Schweinchen“ in englisch, deutsch und platt freuen. Größere Kinder können sich bei der Lektüre von „Fragen an Europa“ damit auseinandersetzen, was uns dieser Kontinent heute noch wert ist. Zur Auswahl steht auch ein Buch über „50 Jahre Mondflug.“ Zu zeitgenössischen Themen ermittelt „Die Klimagang“. Ein anderes Werk befasst sich mit der modernen Heldin „Greta“. Angeboten werden außerdem „77 Tipps für Weltretter“. Ja, die Kinder- und Jugendliteratur sei politisch, sagt Christian Kühn. „Das war sie schon immer.“ Verändert habe sich, dass „der Konjunktiv vorbei ist – der Präsenz ist da“. Die Zeit des Herausredens sei vorbei. Auch in Kinderbüchern gehe es mittlerweile darum, was passiere, wenn man nichts macht.

Den Nachwuchs über Literatur erreichen zu wollen, ist ein ambitioniertes Ziel. Die letzte, im Oktober erschienene Vorlesestudie besagt, dass bundesweit 1,7 Millionen Zwei- bis Achtjährige selten oder nie etwas vorgelesen bekommen. Wer als Kleinkind nie in den Zauber von Gutenachtgeschichten eintauchen und „bitte-bitte noch eine Seite“ betteln konnte, wird später sehr viel schwerer den Weg in Buchhandlungen und Bibliotheken finden.

Aus diesem Grund hat Kibum-Programmverantwortliche Regina Peters auch in diesem Jahr wieder ein großes Angebot für Schulen und Kindergärten entworfen. Knapp 16 000 Anmeldungen sind bis dato eingegangen – ein neuer Rekord. Freie Plätze für Gruppen gibt es aber immer noch, verspricht Regina Peters. Pädagogen, Lehrer, Gruppenleiter können sich vorab mit reichlich Hirnfutter eindecken: Es gibt Rallys, Ausstellungsführer und Unterrichtsmaterialien zum Download auf der Kibum-Homepage.

Alle didaktisch arbeitenden Menschen sind außerdem zu einer Fachtagung am Freitag, 8. November, 14 bis 17 Uhr, im Besprechungsraum des PFL eingeladen: Unter dem Titel „Variationen von Britishness“ befassen sich Literaturwissenschaftler des Instituts für Anglistik und Amerikanistik der Uni damit, wie Großbritannien in unterschiedlichen Medien dargestellt wird – vom Roman des 19. Jahrhunderts über das Bollywood-Kino und BBC-Produktionen bis hin zu Unterrichtsmaterialien. (Anmeldung unter www.ofz.de).

Hoher Besuch

Weniger theoretisch geht es ab Samstag zu, wenn Schirmherr Tony Ross mit Kindern der Musikschule die Kibum um 15 Uhr eröffnet. Unter den Gästen ist auch der Grünen-Bundesvorsitzende und amtierende Grünkohlkönig Robert Habeck – bei der Messe allerdings als Kinderbuchautor. Außerdem feiern Harry-Potter-Illustrator Jim Kay und Hörbuchsprecher Rufus Beck mit.

Und die VIP-Liste reißt auch die nächsten anderthalb Wochen nicht ab: Drehbuchautoren, Comicschreiber, Sängerinnen, Radiomoderatoren, der Bücherclown und der Oldenburger Schauspieler und Vorleser René Schack sowie der junge Zauberkünstler Jan Sommer geben sich die Klinke in die Hand.

Weil die Messe aber nicht nur Unterhaltungsmarathon ist, bleibt zwischen den Programmpunkten Zeit für das Wichtigste: eintauchen in die fabelhafte Welt der Bücher. Geschichten über schlechtes Essen, schwarzen Humor, die Queen und den Brexit neu schreiben, erlesenes Wissen sammeln und genießen – das ist typisch Kibum.

Lea Bernsmann Redakteurin / Redaktion Oldenburg
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