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NWZonline.de Region

Der lange Weg des Bären zu sich selbst

17.11.2017

Oldenburg Mit „Der Bär, der nicht da war“, nach einer Vorlage des Kinderbuches von Oren Lavie und Wolf Erlbruch, zeigt das Oldenburgische Staatstheater eine spartenübergreifende Produktion für Kinder ab sechs Jahren und Erwachsene in einer Uraufführung. Durch die verschiedenen Handwerke Musik, Gesang und Schauspiel können sich die kleinen Theaterneulinge mit den unterschiedlichen Facetten des Theaters vertraut machen. Aber auch Erwachsene werden an diesem Stück noch ihre Freude haben. Das Buch hat eine sehr einfache Geschichte, lässt sich aber auch auf einer sehr komplexen Ebene verstehen. Und gerade das ist Voraussetzung für gutes Musiktheater. „Für Musiktheater ist es immer wichtig, Stoffe zu finden, die eine gewisse Offenheit zulassen, also nicht komplett durcherzählt sind“, fährt Ostertag fort.

„Der Bär, der nicht da war“ ist eine Art Identitätsfindungsgeschichte. Ein Bär findet in seinem Fell einen Zettel mit der höchst philosophischen Frage: „Bist du ich?“ Um sich selber diese Frage beantworten zu können, macht sich der Bär auf den Weg durch den Wald und begegnet anderen Tieren, die ihm bei der Selbstfindung behilflich sind.

Ostertag hat aus dieser Geschichte gemeinsam mit Dramaturg Matthias Grön aber nicht einfach eine Bühnenfassung für das Theater entwickelt, sondern mithilfe des belgischen Komponisten Frederik Neyrinck ein Kindermusiktheater erschaffen. Neyrinck hat sich bei seiner Komposition für die recht ungewöhnliche Kombination der drei Instrumente Tuba, Bratsche und Schlagwerk entschieden. „Das ist keine alltägliche Kombination, aber es bietet die Möglichkeit, etwas Besonderes zu machen“, erklärt Neyrinck diesen Umstand. Zwei Orchestermusikerinnen des Staatstheaters und ein Gastmusiker am Schlagwerk übernehmen die musikalische Begleitung. Ein Sänger und eine Sängerin des Opernensembles übernehmen die Rollen der Tiere, denen der Bär begegnet. Sie singen in erster Linie, sprechen nur wenig. Dabei werden sie von einzelnen Instrumenten unterstützt. Eine Kuh wird beispielsweise durch ein Duett von Sängerin und Tuba dargestellt. Lieder wechseln sich mit zeitgenössischer Musik ab, welche die Atmosphäre des Waldes und der Charaktere einfangen soll. Der Bär ist eine reine Sprechrolle und wird von einem Theaterschauspieler verkörpert. Ostertag freut sich sehr über die Bereitschaft im Staatstheater, an so einer spartenübergreifenden Produktion mitzuwirken: „Das ist nicht normal oder üblich an so großen Häusern und es ist immer eine große Herausforderung für den ganzen Apparat. Musiker, Sänger und Schauspieler arbeiten ja auch eigentlich in unterschiedlichen Prozessen.“ Aber nicht nur klanglich, sondern auch visuell wird das Stück ein Erlebnis. Es wird eine Raumbühne genutzt, auf die das Publikum nicht frontal schaut. Der gesamte Raum wird zum Spielplatz und somit sitzt man eben auch im Spielort. Das macht das Zuschauen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Außerdem ist man auf diese Weise den Schauspielern/Sängern und Instrumenten sehr nah und kann beides gut beobachten. Besonders die drei großen „Schlagwerkinseln“ werden wohl nicht nur die kleinen Zuschauer beeindrucken. Insgesamt ist das Bühnenbild von Michela Flück trotz seiner Einfachheit sehr sinnlich und lässt viel Plätz für die eigene Fantasie.

Der Bär wird von Matthias Kleinert gespielt. Melanie Lang übernimmt die Rollen des bequemen Bergrindes und des Vorzeigepinguins. Timo Schabel spielt den saumseligen Salamander und die träge Schildkröte. Als Musiker sind Henning Ahlrichs am Schlagwerk, Ruth Ellendorf an der Tuba und Petra Rousseva an der Bratsche dabei. Die musikalische Leitung hat Felix Pätzold inne.

Premiere:Das Kindermusiktheater hat seine Premiere am 18. November um 16 Uhr in der Exerzierhalle. Weitere Vorstellungen gibt es unter anderem am 24. und 30. November und am 12. und 14. Dezember.

Außerdemwird es im April 2018 und in der nächsten Spielzeit weitere Aufführungen geben. Die genauen Termine werden im Januar veröffentlicht.

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