• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Gustav Adolf Werk wird 175 Jahre alt

25.05.2019

Oldenburg An diesem Sonntag geht der Blick weit zurück ins alte Oldenburger Rathaus. Vor 175 Jahren wurde an dieser Stelle, allerdings im Vorgänger des heutigen Rathausgebäudes, von Bürgern das Gustav Adolf Werk (GAW) gegründet. Zunächst auf die evangelischen Christen im katholischen Südoldenburger Gebiet ausgerichtet, unterstützt das GAW heute auch soziale Aufgaben evangelischer Gemeinden im Ausland.

Hohe Effizienz

Als Spendenwerk ist dem GAW an einer hohen Effizienz der eingesetzten Mittel gelegen. Deshalb werden nur Projekte unterstützt, die bereits zu mindestens 30 Prozent von den Hilfe beantragenden Gemeinden selbst finanziert werden. Die internationale Verflechtung spiegelt sich in vielen Flüchtlingsaufgaben Oldenburger Gemeinden wider. Bei Jahresfesten in Garrel und Dinklage zeigte sich die hohe Akzeptanz der Personen mit Migrationshintergrund durch die rege Teilnahme in der Gemeindearbeit.

Hans-Dieter Schmidt BILD: privat

Autor dieses Beitrages ist Hans-Hermann Schmidt. Der 69-Jährige war Marketingleiter in einem großen Pharmaunternehmen und gehört zum Vorstand des Oldenburger Gustav Adolf Werks.

In Garrel unterstützen die vor einer Generation in die Gemeinde gekommenen Russlanddeutschen viele kirchliche Angebote. Aufgrund eigener Erfahrungen können sie Personen, die heute neu in die Gemeinde kommen, gezielte Hilfe und Erleichterungen bei der Integration in den deutschen Alltag geben.

Ein anderes Beispiel ist Dinklage. Auch dort wird von Gemeindegliedern Flüchtlingen die Eingliederung erleichtert. Notwendige Behördengänge, der Schulalltag, Aufgaben des Alltags bis hin zur Mülltrennung werden den Zugezogenen erläutert. Es gibt sogar Mütter, die regelmäßige Kinderbetreuungen übernommen haben und so der Stadt Dinklage erhebliche Kosten ersparen.

Die vielfältigen sozialdiakonischen Aufgaben und Ergebnisse der GAW-Unterstützung werden an diesem Sonntag anlässlich des Jubiläums ab 10 Uhr in der Lambertikirche vorgestellt. Die vernetzten Aktivitäten helfen Menschen, geben ihnen Perspektive und Sicherheit, nicht allein zu sein.

Eine Mitgliedschaft im GAW bedeutet Einblick und Verständnis in die verschiedenartigen Projekte in der Oldenburger Heimat und die oft komplizierten Situationen der Gemeinden im Ausland. Die Kirche mit ihrer guten Botschaft – dem Evangelium – stellt sich über das GAW der Herausforderung, Verständnis und Respekt zwischen den Menschen zu fördern sowie Frieden in einer Welt von Krieg, Hunger und Flucht in vielen Ländern zu verteidigen.

Gut vernetzt gewährleisten die Arbeitsschwerpunkte des GAW eine Zukunft nach außen und innen: Einerseits Hilfe für Gemeinden im Ausland zu sein, andererseits Oldenburger Kirchengemeinden Erfolgsprojekte und Erfahrungen von Minderheitskirchen im Ausland vorzutragen, um attraktiv für Kirchenmitglieder zu bleiben. So wurde in Griechenland die evangelische Gemeinde Volos für die Reinigung von Plastik-Müllhalden/Stränden unterstützt, nachdem im ersten Jahr der Bürgermeister dieser Initiative Schwierigkeiten gemacht hatte, im zweiten Jahr die Gewerkschaft, aber im dritten Jahr durch die Veröffentlichung im TV und örtlichen Medien diese erneut wiederholte Initiative zum Leuchtturmprojekt in Griechenland wurde. In Russland wird/wurde die Gemeinde Jaroslawl unterstützt.

Weltoffenheit

Das Programm inder Lambertikirche

9.30 Uhr: Einlass

10 Uhr: Gottesdienst, Predigt: Bischof Thomas Adomeit, Fürbitten: Gäste aus der Diaspora und Studenten, Abkündigen der Kollekte: Pfarrer Dr. Stefan Welz

11.15 Uhr: Grußworte: Frau Dr. Bondarenko, Pröpstin Moskau, Minister Björn Thümler, -stellv. Bürgermeisterin Petra Averbeck

12 Uhr: Festvortrag: Generalsekretär Enno Haaks, „Evangelische Christen im Bürgerkriegsland Syrien und die notwendige Solidarität mit ihnen“

12.35: Buffet

13.30 Uhr: Grußwort Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft

Das Oldenburger Land zeichnet sich traditionell durch seine Lage an der Nordsee durch Weltoffenheit aus. Diese gilt auch für das Oldenburger GAW. Dieses fühlt sich der Unterstützung kirchlicher und sozialdiakonischer Einrichtungen im Ausland verpflichtet. So erhalten Kleinbauern in Argentinien Hilfen zum Erhalt ihrer Erwerbsmöglichkeiten, die durch Soja-Agrikulturen von Großinvestoren bedrängt werden. In anderen Ländern werden Projekte zur sozialen Integration benachteiligter Menschen aufgrund von Krieg, sozialer Herkunft oder Behinderungen in das örtliche Gesellschaftsleben unterstützt.

Die vielfältigen sozialdiakonischen Aufgaben und Ergebnisse der GAW-Unterstützung z.B. in Syrien werden anlässlich des Jubiläums vorgestellt. Die vernetzten Aktivitäten stärken die evangelischen Partner im Ausland, geben Ihnen Perspektive und Sicherheit, nicht allein zu sein.

Zur Geschichte

Zwanzig damals bekannte Persönlichkeiten aus Staat und Kirche, Bildung und Wirtschaft hatten im Jahr 1844 im Oldenburger Rathaus dazu aufgerufen, sich dem im übrigen Deutschland schon weit verbreiteten Verein anzuschließen, schreibt Oberkirchenrat i.R. Rolf Schäfer in einer Chronik. Weiter: „Dieser verfolgte den Zweck, evangelischen Minderheiten in der Donaumonarchie zu helfen. Dort hatte das Erstarken der katholischen Kirche nach den Freiheitskriegen die kleinen evangelischen Gemeinden in Bedrängnis gebracht.

Wenn es ums Überleben ging, erinnerte man sich daran, dass im Jahre 1630 die gesamte evangelische Kirche im Reich vor dem Untergang stand. Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges waren die Heere des katholischen Kaisers bis zur Nord- und Ostsee vorgerückt. Auch Graf Anton Günther konnte nicht verhindern, dass kaiserliche Truppen sich bei ihm einquartierten. Es wäre um den Protestantismus geschehen gewesen, wenn König Gustav Adolf von Schweden den evangelischen Ländern nicht geholfen hätte.

Der Name Gustav Adolf hatte deshalb im Protestantismus einen guten Klang. Die Mitglieder des Oldenburger Gustav-Adolf-Vereins stellten sehr schnell fest, dass eine wichtige Aufgabe für sie vor der Haustüre lag: das Oldenburger Münsterland. Im 16. Jahrhundert war das gesamte Gebiet evangelisch gewesen, aber seit dem Dreißigjährigen Krieg rekatholisiert worden. Nur wenige kleine evangelische Gemeinden hatten sich halten können.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.