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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Flötistin pfeift auf gewöhnliche Melodien

12.10.2019

Oldenburg Es ist eine Sitzordnung, wie sie auch das britische Parlament kennt: In einem Rechteck in der Mitte sitzen die Akteure, rund herum die Zuhörer. „Au weia“, entfährt es da Polina Gorshkova, „das ist derzeit eher ein Raum für heftige Dissonanzen. Na, da bringen wir aber ein Kontrast-Programm.“

Recht hat die Flötistin und Leiterin des Barockensembles „Altera pars“. Es geht hier nicht um schrille politische Auseinandersetzungen, sondern um harmonisches und geistvolles Zusammenspiel. Das hat im Königreich eine unschlagbare Tradition. Und die beleben die vier Musikerinnen und Musiker am Samstag, 19. Oktober im Marmorsaal des Oldenburger Schlosses im inzwischen 5. Konzert ihrer Barock-Reihe.

Im 18. Jahrhundert pflegten Profis und versierte Laien eine eigene Form des Quartettspiels. Sie setzten sich um ein Möbelstück, das damals fast in jedem Haus zu finden war: einen „Quartett-Tisch.“ Dort fand, mit den Gesichtern zueinander, die musikalische Konversation statt, die Zuhörer saßen drumherum.

Die verringerte Distanz zwischen Interpreten und Publikum nutzten Carl Friedrich Abel und Johann Christian Bach zu einer der langlebigsten Konzertreihen in London. Der aus Köthen stammende Gambenvirtuose Abel und der erfolgreichste Bach-Sohn legten die „Bach-Abel-Konzerte“ auf. Die Abo-Reihe war teuer und blieb den höher gestellten Bürgern vorbehalten. Die immer neue Musik erwies sich als zugkräftig, so dass sich im Umfeld auch die Noten gut verkauften. Joseph Haydn wurde über die Bach-Abel-Konzerte schon in London berühmt, ehe er die Hauptstadt der Briten und der Musik besuchte.

„Den Quartett-Tisch werden wir uns schenken“, beschreibt Gorshkova das Ambiente am Sonnabend im Marmorsaal. „Aber wir spielen mit einer Sitzordnung im Quadrat.“ Die aus St. Petersburg stammende und in Oldenburg lebende Flötistin ist sich sicher, „dass es für die Ausübenden selbst ein spannendes Experiment und für die Zuhörer ein neues Seh- und Hörerlebnis wird.“ Der gegenüber dem großen Saal intimere Marmorsaal sollte gerade diese Nähe betonen.

Jene Komponisten, die im aktuellen Programm als Exoten wirken könnten, zählten zur damaligen Zeit zu den berühmtesten. Neben Abel, J. C. Bach und Haydn erscheint etwa ein gewisser Andreas Lidl. Der Cellist und Kapellmeister wirkte auf Schloss Esterhazy und trat als Virtuose in Paris, Augsburg und Berlin auf, ehe er in London sesshaft wurde.

Die Besetzung von „Altera pars“ bürgt für klangliche Finesse. „Ein Traverso mit einer eigenen obligaten Stimme im Quartett oder eine Viola da gamba statt der Bratsche sind schon etwas ungewöhnlich“, führt Gorshkova aus. Neben ihr sind Anna Dmitriev (Barockvioline), Pavel Serbin (Cello und Viola da gamba) und Fabian Boreck (Cello) im Einsatz. Boreck ist stellvertretender Solocellist des Oldenburgischen Staatsorchesters und längst ein gefragter Barock-Spezialist. Nach Aufzeichnungen über die frühbürgerliche Gesellschaft in England waren Menschen, die sich am Quartett-Tisch trafen, positiv denkende Typen: „Sie sind zeitlebens gute Freunde.“ Tja, das klappt wohl nur noch im kleineren Kreise.
 Acht Werke von Abel, Lidl, Giardano, Haydn, Cirri und J. C. Bach werden am Samstag, 19. Oktober, in zwei Konzerten um 17.30 und 20 Uhr im Marmorsaal des Oldenburger Schlosses gespielt. Das Barock-Ensemble „Altera Pars“ musiziert dabei in Besetzungen vom Solo bis zum Quartett. Tickets ab 21 Euro über


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