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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Klassik: Leise Töne sorgen für lauten Beifall

10.11.2017

Oldenburg „Das Leise unter dem Leiseren“: Es könnte der Titel eines neuen Romans sein, vorstellbar auch auf dem Cover einer Entspannungs-CD. Ein Konzertprogramm vermutet man hinter dieser Formulierung allerdings weniger. Doch die Beschreibung trifft buchstäblich den Nagel auf den Kopf.

Das Klangvolumen des kleinen Clavichords im Oldenburger Schloss ist wahrlich nicht groß. Ganz anders demgegenüber das Interesse an den „Leisen Tönen im Salon“, einer von der Oldenburger Museumsgesellschaft organisierten musikalischen Präsentation. Das Idyllenzimmer des Schlosses ist schnell gefüllt, aus dem Roten Salon war man ob der Raumgröße schon ausgewichen.

Historischer Abriss

Mit gespannter Stille werden die ersten Töne des Cembalisten Karl-Ernst Went erwartet. Er hatte eine Auswahl von Werken aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zusammengestellt, die einen möglichst umfassenden Klangeindruck des Clavichords von Otto Joachim Tieffenbrunn (1796) im Landesmuseum bieten sollten. Gerahmt wurde das musikalische Programm mit kleinen historischen Abrissen zur Geschichte dieses Tasteninstruments, zu dessen Bauweise und Restauration; ebenso aufschlussreich wie humorvoll präsentiert von dem Cembalobauer Dietrich Hein.

Mit einer Improvisation durchbricht Went die Ruhe im Salon und setzt schon gleich zu Beginn virtuose Akzente. Die Tänze der „Intabulatura nova“ aus unbekannter Hand führen in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Die schwungvolle „Romanesca“ von Antonio Valente bleibt zeitlich und stilistisch nah.

Einblick in Klangfarben

Um die Besucher an bekannteren musikalischen Orten abzuholen, so der Musiker selbst, hat er aber auch jüngere Werke ausgewählt. Bachs Präludium und Fuge C-Dur aus dem Wohltemperierten Klavier etwa.

Einblick in die gesamte Palette der Klangfarben des Clavichords gibt er sodann mit Daniel Gottlob Türks „Kleinen Handstücken für angehende Klavierspieler“ (1792) – einer Schule, die kontrastreich angelegte Übungsstücke versammelt und den Zuhörern noch einmal die Möglichkeit gibt, Heins Erläuterungen zur Klangerzeugung und -gestaltung am Clavichord nachzuspüren.

Mit zwei Fantasien – einer aus der Feder von Ernst Wilhelm Wolf (1769) und einer von Carl Philipp Emanuel Bach (1770) – beenden eine Rarität und ein Klassiker den musikalischen Salon.

Kräftiger Applaus – zuvor aufgespart aus Sorge, die gespannte Ruhe im Salon zu stören – folgt.

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