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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Ein leises Plädoyer in lautstarken Zeiten

31.01.2020

Oldenburg Wie lässt sich unterste Tonstärke in der Musik ausdrücken? Piano, pianissimo, pianississimo? Es gäbe für diese ins Stille lenkende Linie auch Instrumente. Moderner Flügel: laut. Hammerklavier: geht so. Clavichord: ganz fein leise. Doch die vielen Hörer im Marmorsaal des Oldenburger Schlosses reiben sich die Ohren. Das Clavichord, dieses zart besaitete Stimmchen unter den Tasteninstrumenten, tritt leisestark den Beweis dafür an, dass nicht nur lautstarke Rufer heute Gehör finden.

Marcia Hadjimarkos, Dietrich Hein und Kadja Grönke halten ein eindringliches Plädoyer für dieses seit 1400 bekannte und heute noch heimlich geliebte Instrument. Die französische Pianistin demonstriert mit sechs Komponisten aus dem 18. Jahrhundert, welche Vielfalt an Klangfarben und virtuosen Läufen man dem Clavichord abtrotzen kann. Der Oldenburger Instrumentenbauer hat drei Instrumente aufgestellt, eins von 1796 aus der Sammlung des Landesmuseums, eins aus Regensburg von 1794, dazu ein eigenes, das er 2011 nach barocken Vorbildern gebaut hat. Die außerplanmäßige Professorin der Universität schließlich steht für eine etablierte Reihe von Dialogkonzerten; dieses ist das 22. in bisher fünf Jahren.

Spätestens nach dem Einhören mit einer Sonate von Joseph Haydn wissen alle, dass Lautstärke eine relative Sache ist. Wie eindrucksvoll gelingen die dynamischen Schattierungen in der Sonate einer weitgehend unbekannten „Mme de Villeblanche“! Wie dramatisch pendeln die Stimmungsumschwünge zwischen Empfindsamkeit und Sturm und Drang in den „Follia“-Variationen von Carl Philipp Emanuel Bach! Alles könnte auf einem Flügel wohl aufgebläht klingen.

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„Sensibel wie ein Mensch“ nennt Hadjimarkos das Instrument. Es erlaubt wegen der vielfältigen Möglichkeiten des Anschlags selbst und der im Anschlag auch noch möglichen Verfeinerungen keine Ungenauigkeiten. Doch es belohnt jede intensive Zuwendung reichlich. Das lässt die Französin in einer Tasten-Bearbeitung des Dänen Ulrik Mortensen von Johann Sebastian Bachs Violin-Chaconne d-Moll spüren. Hier ist auch die linke Hand gestaltend eingebunden. Es perlen die Läufe, und Hadjimarkos baut im D-Dur-Mittelteil faszinierend eine langgezogene dynamische Steigerung auf, ebenso den folgenden Abstieg.

Alle staunen, was sich auf einem Instrument, das man ohne die Standbeine fast unter den Arm klemmen könnte, mitteilen lässt. Und alle hören fast zwei Stunden mucksmäuschenstill zu. Auch das spricht fürs Clavichord und seine neuen Liebhaber.

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