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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Erhellende Einblicke trotz nicht optimaler Besetzung

12.02.2018

Oldenburg Das klavierbegleitete Kunstlied in seiner klassischen Form ist, trotz Mozart und Beethoven, eine Schöpfung des jungen Franz Schubert. International heißt das hier begründete Genre The Lied oder Le Lied. Am Ende das kurzen Lebens standen bei Schubert einige wenige Kompositionen allerersten Ranges, darunter die „Winterreise“, ein vierundzwanzigteiliger Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller.

Was wie ein vorweggenommenes Requiem für sich selbst wirkt, ist bis in die kleinste Verästelung und Nuance vom Komponisten bewusst geformt mit allen denkbaren Ausdrucksmöglichkeiten, die die Musik bietet. Wie das zu hören, zu verstehen, zu dechiffrieren ist, führte im 2. Werkstattkonzert der Saison im Kleinen Haus des Staatstheaters Thomas Honickel als Moderator und am Klavier in gewohnt informativer wie launiger Manier vor.

An zehn ausgewählten Liedern, darunter natürlich der unsterbliche „Lindenbaum“, wurden die Feinheiten und Verfahrensweisen des Schubertschen Komponierens verbal und durch die anschließende Interpretation sängerisch ein Stück weit transparent gemacht. Die Sopranistin Sarah Tuttle und Paul Brady, Bariton, bemühten sich, die gewonnenen Einsichten in das Wie der Lieder auch hörbar und nachvollziehbar umzusetzen.

So wurde, gegen Schuberts Intention, aber zur Verdeutlichung, das Lied „Frühlingstraum“ auf beide Stimmen aufgeteilt. Natürlich verliert sich so der zyklische Charakter, der formale Zusammenhang des Werkes, aber für Kenner des Liederkreises ergaben sich erhellende Einblicke in die Feinstrukturen, die ein kommentarloses integrales Singen so nicht offenlegen würde. Darum fiel es auch nicht weiter ins Gewicht, dass weder Paul Brady noch gar Sarah Tuttle optimale Besetzungen für die „Winterreise“ sind.

Nach der Pause ging es weniger metaphysisch und weniger todessehnsüchtig weiter mit englischen Liedern von Benjamin Britten und Ralph Vaughan Williams, die eine winterliche Stimmung mit musikalischen Möglichkeiten ganz anders einfangen. Es geht eher um das Ineinanderspiegeln von landschaftlichen Außenreizen auf die innere Stimmung – ein eminentes Thema und herausragender Zug in der englischen Hochkultur. Nicht nur sprachlich waren hier Sarah Tuttle und Paul Brady nah am Drücker mit zwingenden und mitreißenden Interpretationen, denen als Encore noch ein vielumjubeltes „Baby, it‘s cold outside“ folgte.

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