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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Junges Duo bringt die Luft zum Brennen

25.11.2019

Oldenburg Es ist nicht selbstverständlich, dass verschiedene Instrumente oder Instrumentengruppen gleichberechtigt in den Partituren und auf den Konzertpodien berücksichtigt werden. Erst in der Wiener Klassik, vor allem bei Joseph Haydn, verschwimmen die Unterschiede der Gewichtung und Haydns Streichquartette gelten als ein vernünftiges Gespräch von vier auch strukturell gleichberechtigten Gesprächspartnern.

Im Genre der Cello-Sonate ging Ludwig van Beethoven 1796 neue Wege. Die zwei Sonaten für Cello und Klavier, die dem cellobegeisterten preußischen König Friedrich Wilhelm II. gewidmet sind, geben beiden Instrumenten virtuose Entfaltungsmöglichkeiten, lassen die Instrumente synchron spielen, dann wieder voneinander abgesetzt, aufeinander antwortend und sogar gegeneinander agonal agieren.

Mit Leib und Seele

Mit der ersten der beiden die moderne Gattung Cello-Sonate begründenden Sonaten von Beethoven begann das junge und dynamische Duo Raphaela Gromes (Violoncello) und Julian Riem (Klavier) ein ganz außerordentliches Konzert. Der Alte Landtag war glücklicherweise voll besetzt und das begeisterte Auditorium war mit Leib und Seele dabei, wie sich zwei junge Menschen mit Begeisterung und einem Mut, der fast an Übermut grenzte, in schwierige Partituren stürzten.

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Das Spiel war exakt, gut aufeinander abgestimmt, beide Solisten konnten sich blind auf die technische Souveränität des anderen verlassen, was aber so ansteckte und mitriss, war die kraftvolle Unbekümmertheit gegenüber diesen Riesen-Werken. Beethovens Cello-Sonate Nr. 1 F-Dur kann man gewiss auch anders spielen, aber dieser Elan, diese untergründige leichte Aggressivität, dieses elementarische Fortrollen kam dem, was wir vom jungen Beethoven wissen oder zu wissen meinen, kongenial entgegen.

Auch die beiden anderen Klassiker des energiegeladenen Abends, Claude Debussys Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll die überaus klangschöne Sonate Nr. 2 D-Dur, op. 58 von Felix Mendelssohn, gerieten unter den zupackenden Händen der jungen wie sympathischen Künstler zu bemerkenswert ausdrucksstarken Interpretationen. Dann, wenn die Luft zu brennen schien, dann war das Duo, wie beim rasenden und brausenden Coda-Abschluss der Mendelssohn-Sonate, ganz in seinem Element.

Frenetischer Beifall

Die Zuhörer im Alten Landtag quittierten das mit jeweils langem und fast frenetischem Beifall: So viel in Form gegossene Kraft und so viel Energie und so viel Sinn für die schönen und kantablen Momente der Werke stecken an. Beendet wurde das ebenso virtuose wie mitreißende Konzert mit einem „Danse Bohémienne“ von Jacques Offenbach. In diesem „böhmischen Tanz“ hat das Cello ganz allein die Hosen an. Raphaela Gromes zeigte dabei in einer aufs Virtuosentum zugeschnittenen Partitur ihr umfassendes Können

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