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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Klavierspiel glänzt wie ein ungeschliffener Diamant

01.11.2019

Oldenburg Mit einem angenehm zu hörenden Programm romantischer Klaviermusik gastierte die junge deutsch-italienische Pianistin Sophie Pacini am Sonntagvormittag im Staatstheater in der vom Verein der Musikfreunde Oldenburg veranstalteten Konzertreihe „Große Pianisten im Kleinen Haus“.

Ihr Klavierspiel zeigte allerdings, vor allem im ersten Programmteil, noch manch Ungeschliffenes. Wie bei einem rohen Diamanten gab es Ecken und Kanten, wenn etwa bei den Werken von Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy die Nebenstimmen zu undifferenziert waren und das Fortespiel zu hart, weil es zu unbeweglich in den Lautstärkeabstufungen ausgeführt wurde.

Bei Robert Schumanns Kunstlied „Widmung“, in der bei Pianisten beliebten Bearbeitung von Franz Liszt, fehlte der liedhafte Charakter, besonders als die Melodie von der linken Hand gespielt wurde. Liszt verlangt im letzten Abschnitt ab „con anima“ eine dynamische Entwicklung vom einfachen bis zum dreifachen Forte, von Pacini leider alles gleichlaut gespielt.

Beim b-Moll-Scherzo von Fréderik Chopin konnte die Pianistin die Kontraste zwischen dämonisch angehauchter Düsterniss und manischem Jubel dann aber sehr gut herausarbeiten. In Beziehung dazu setzte Sophie Pacini das zweite Scherzo von Clara Schumann mit den wogenden, virtuos gespielten Arpeggien und einem romantisch überbordenden Ausdruck.

Bei Robert Schumanns großem Zyklus „Carnaval“ fühlte sich die junge Künstlerin offensichtlich zuhause. Dieses musikalische Feuerwerk an lebhaften Tänzen, verträumten Charakterstimmungen, Parodien und ironischen Zitaten gelang ihr hervorragend. Hier leuchtete und glitzerte ihr Klavierspiel und mit den gelungenen, mannigfaltigen Stimmungswechseln verzauberte und überzeugte sie die Zuhörer.

Sehr zu begrüßen war, dass Sophie Pacini, entgegen den sonstigen Gepflogenheiten, bei dieser auserlesenen Konzertreihe, selber etwas zum Publikum zwischen den einzelnen Beiträgen sagte. In erfrischender Art und Weise machte die junge Künstlerin auf thematische und inhaltliche Bezüge zwischen den verschiedenen Kompositionen aufmerksam.

Bei der Zugabe spielte sie brillant Fréderik Chopins berühmtes cis-Moll-Fantasie-Impromptu. Dabei benutzte sie offensichtlich die polnische Ausgabe des Werkes, die verschiedene, hier weniger bekannte Abänderungen im lyrischen Mittelteil enthält.

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