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Hannelore Elsner Ist Tot
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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Knarren und Knacken als Klangerlebnis

29.11.2018

Oldenburg Langgezogene Basstöne, wie Wassertropfen, seufzend gleitende Klänge, mit dem Plektrum Gezupftes, wie bei einer Bassgitarre. Dies war bei Isang Yuns „Glissées“ in einem Konzert am Montagabend im Wilhelm 13 zu erleben. Interpretiert wurde es von dem in Dresden lebenden Cellisten Matthias Lorenz, der schon über viele Jahre als Solist mit unterschiedlichen Programmen in Oldenburg gastiert hat.

Sein durchdachtes Violoncello-Spiel war gestenreich und mit einer verblüffenden Palette zeitgenössischer Ausdrucksweisen gewürzt. Yuns Komposition von 1970 war das älteste Werk des Konzertes. Nach den von Lorenz gut ausbalancierten Glissando-Bewegungen und Zwischentönen in einer gleichzeitig streng durchstrukturierten Musik lag der Schwerpunkt bei den sieben Miniaturen von Friedemann Schmidt-Mechaus „Morgenlachen“ (1997) in unterschiedlichen Gesten des Spielers. Neun separate Bewegungen hatte der Komponist in verschiedenster Art und Weise miteinander verknüpft. Dabei war das klangliche Ergebnis lediglich die Folge aus den stattfindenden Bewegungsaktionen. Und so konnte es schon mal Knarren oder Knacken, wenn beispielsweise der Bogen unterm Steg an den dortigen Saiten hin- und hergedreht wurde.

Petr Baklas „Something with something else“ wurde 2014 komponiert. Zwischen tremolierenden und natürlich gespielten Ganztönen und kontrastierenden chromatischen Linien entwickelte sich ein fesselndes Bewegungskontinuum, dass ohne Anfang und Ende immer wieder nach der eigenen, ihm innewohnenden formellen Balance strebte. Jüngstes Werk des Abends war die erst in diesem Jahr geschriebene Auftragskomposition der in Berlin lebenden Komponistin Charlotte Seither. Ihr Werk „Krü“ ermöglichte ein sensibles Hineinlauschen in die Qualität des Einzeltones und in die Mikrotöne zwischen den Einzelklängen. Durch die Skordatur, die tiefste Saite des Violoncellos war um einen Halbton tiefer gestimmt, erklangen aparte, neuartige Obertonzusammensetzungen. Dies führte zu einem Klangerlebnis, das durch die hervorragende Interpretation von Matthias Lorenz wesentlich mitbestimmt wurde. Derzeit sind solch exquisiten Programme eher noch für eine kleinere Zuhörerschaft.

Neben dem Kennenlernen neuer Kompositionsstile und individueller Klangsprachen geben diese auch Anstöße zum Nachdenken über ästhetische Fragen und das Wirken zeitgenössischer Kunst. Wer sich damit auseinandersetzt wird bemerken, dass die Balance zwischen Künstlerischem und Künstlichem gar nicht einfach zu halten ist. Es erfordert Bereitschaft, sich damit auseinander zu setzen. Initiativen wie diese Konzertreihe eröffnen Perspektiven, bereichern mit spannenden Aspekten und führen zu erweiternden Fragestellungen.

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