• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Musik vereint Gesellschaftskritik und große Gefühle

05.11.2018

Oldenburg Ein Hauch vom New Yorker Broadway durchwehte am Samstagabend das Kleine Haus des Oldenburgischen Staatstheaters und begeisterte das Publikum.

Die fünf Gesangssolisten und Pianist Carlos Vázquez wurden erst nach der dritten Zugabe in den verdienten Feierabend entlassen. Das gut zweistündige, abwechslungsreiche Programm gab facettenreiche Einblicke in die Geschichte des Broadway Musicals. Spannendes, Aufschlussreiches war zu entdecken.

Wiener Operetten und Berliner Kabaretts wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst am Broadway aufgeführt, bevor sich eine eigene, vom Ragtime und Jazz beeinflusste kompositorische Tradition entwickelte.

Diese führte bis zur Blütezeit des Musicals ab der Mitte des 20. Jahrhunderts, welche bis heute musikalische Maßstäbe setzt.

Dabei zeigte sich, dass nicht nur große Gefühle oder gesellige Kapriolen besungen wurden, sondern auch gesellschaftskritische Themen oder ethnische Konflikte.

Der kontrastreiche, kurzweilige bunte Reigen der 25 Titel des Liederabends zeigte diese Entwicklung, und es gab einige sängerische Highlights zu bewundern. Dabei bereitete es den glänzend disponierten Solistinnen und Solisten des Staatstheaters – Martyna Cymerman, Sopran; Melanie Lang, Mezzosopran; Philipp Kapeller, Tenor; Paul Brady, Bariton; Tomasz Wija, Bass-Bariton – großes Vergnügen, die Songs mit überzeugender stimmlicher Präsenz und mimischen sowie schauspielerischen Einlagen zu gestalten.

Kurt Weills „Seeräuber-Jenny“ wurde zu einer beeindruckenden Szene mit starken emotionalen Kontrasten, Leonard Bernsteins „I feel pretty“ zu einer anrührenden Tanzszene. Titel wie das inbrünstig gesungene „Maria“ oder auch „Over the rainbow“, sowie Cole Porters „Night and day“ luden fast zum Mitsingen ein.

Dramaturgisch weniger überzeugend war, dass einige Beiträge mit Mikrofon und leichtem Nachhall gesungen wurden. Dabei litt die klangliche Balance zum Flügel und zu den rein akustisch gesungenen Beiträgen.

Annabelle Köhler moderierte das Programm mit von Christina Schmidl gründlich recherchierten und geschickt ausgewählten Hintergrundinformationen.

Einen entscheidenden Anteil am Gelingen des Abends hatte Pianist Carlos Vázquez. Sein Klavierspiel ersetzte Kammerorchester und Band. Er spielte mit Leichtigkeit, rhythmisch beschwingt und klanglich ausgewogen. Auch nach zwei Stunden ohne Pause gelang ihm selbst noch der teils recht virtuose Klavierpart bei Jeanine Tesoris „What do I need with love“ eindrucksvoll.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.