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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Musikalische Reise mit den Zugvögeln

30.08.2017

Oldenburg „Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt’…“

Wer kennt nicht die Zeilen dieses Kinderliedes, das die uralte Sehnsucht ausdrückt, fliegen zu können. Für Ikarus endete dieser Versuch bekanntlich tödlich, und auch vielen Zugvögeln könnte es so ergehen, gäbe es nicht das Wattenmeer zum Auftanken auf ihrem Weg in die Heimat.

„Zugvogelmusik” nannte sich das ungewöhnliche Projekt, das am Sonntagabend im voll besetzten Haus des Oldenburgischen Staatstheaters über die Bühne ging. Zu hören gab es Musik aus den Ländern, welche die Zugvögel auf ihrem Weg vom hohen Norden bis zu den Küsten West- und Südafrikas passieren, dargeboten von Musikern, die zum Teil eine ähnliche Reise in ihrer Biografie aufweisen.

Im Wattenmeer tanken die Vögel Energie für diese gewaltigen Langstreckenflüge. Und Energie war auch bei dieser über drei Stunden dauernden Veranstaltung im großen Haus deutlich spürbar. Am Ende riss die Musik alle von den Stühlen, die Gäste klatschten und tanzten begeistert mit.

Jeder einzelne Musiker und jede einzelne Gruppe für sich genommen war herausragend, und jedem Künstler hätte man natürlich gerne noch länger zugehört. Es sei aber das Höchste an Komprimierung gewesen, was für dieses Projekt möglich war, so Moderator Jochen Kühling, der bei der Auswahl der Musiker gleich zwei glückliche Händchen bewies.

Es entstand eine Intensität, die bis hoch in den dritten Ring unter das Dach reichte. Dazu brauchten die Akteure nicht viel: Stimme, begleitet von einem einzigen Instrument oder auch ohne, reichte vollkommen aus. Auch die Vögel betören schließlich allein durch ihren Gesang.

Ragga Gröndal aus Island nahm mit ihrer Gruppe zu Anfang des Konzerts die Besucher mit auf die große Reise. Zu Recht heißt es über sie: „Ihre Stimme muss man einmal im Leben gehört haben“ – damit ist alles gesagt.

Schnell war klar, dass dies ein besonderer Abend werden würde. Alle Musiker trugen dazu bei, berührten, faszinierten, begeisterten, nicht zuletzt auch die Kinder des Caruso-Kindergartens „Alte Dorfschule“ aus Hatten mit ihrem selbst ausgedachten Lied über die Nonnengans.

Vor dem eigentlichen Konzert wies der Leiter des Naturparks Wattenmeer, Thomas Südbeck, in einem Vortag auf die einzigartige ökologische Bedeutung des Wattenmeers für die Zugvögel hin und machte auf die 9. Zugvogeltage vom 14. bis 22. Oktober im Nationalpark aufmerksam. „Star des Abends“, so Südbeck, seien nicht die Musiker, sondern die Zugvögel.

So wurden Bilder der Vögel auf eine Leinwand projiziert und Lebensweise und Zugverhalten vorgestellt. Anschließend spielten die Musiker authentische Musik aus ihren Heimatländern, die zum Thema passten. Kann man sich eine schönere Verbindung von Natur und Kultur vorstellen?

Am Ende des Abends gab es die berechtigte Frage des Musikers Njamy Sitson an die Besucher, die er vor der Pause mit seiner leisen Art für sich einnahm und zum Mitsummen gebracht hatte. Der Vogel sei doch ein so friedliches, schützenswertes Tier; warum heißt es in Deutschland, wenn man jemand kritisiert: „Ach, du hast doch einen Vogel?”

Tja, warum eigentlich?

  Diese Künstler traten auf: Leo Delest und Pascal Koulahi, Elfenbeinküste; La Caravane du Maghreb, Marokko; Erik Marchand und Florian Baron, Frankreich; Njamy Sitson, Kamerun; Polynushka, Russland; Ragga Gröndal, Island; Trio Fado, Portugal; Wakassa, Kongo sowie der Caruso Kindergarten, Alte Dorfschule, Hatten.

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