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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Nicht nur Wolfgang Amadeus hatte Musik im Blut

06.05.2019

Oldenburg Franz Xaver Mozart ist das jüngste Kind von Mozart. Aufgewachsen auf einem Landgut bei Prag, war es der ausgesprochene Wunsch und Wille der Mutter Constanze, dass der Junge seinem verstorbenen Vater als Musiker nacheifern solle. Franz Xaver komponierte und ging als Klaviervirtuose auf Reisen: unter dem Namen Wolfgang Amadeus Mozart Sohn.

Wenn er auch aus dem übergroßen Schatten seines Vaters nicht heraustreten konnte und darunter zunehmend litt, so war es ihm doch vergönnt, ein relativ umfangreiches Werk zu komponieren. Für Flöte und Klavier schrieb er nur ein Werk, das Rondo in e-Moll. Mozart junior erweist sich hier ähnlich melodienreich, ausdrucksstark und so angenehm zu hören wie vergleichbare Kammermusik seines Vaters.

Dieses selten zu hörende und dennoch absolut hörenswerte Werk eines Kleinmeisters der Klassik erklang mit vier anderen Werken der Wiener Klassik zum reinem Vergnügen der zahlreichen Zuhörer im Rahmen der Kammermusikreihe im Staatstheater. Waren schon die durchgehend ebenso angenehm zu hörenden wie leider fast unbekannten Werke von Joseph Haydn, Johann Nepomuk Hummel, Beethoven und Mozart junior es wert, aufgeführt zu werden, so kam noch zum besonderen Hörerlebnis hinzu, dass der Flötist Andreas Mäder, der Cellist Fabian Boreck und der Pianist Alexander Puliaev die fünf Werke der Wiener Klassik um 1800 auf historischen Instrumenten spielten.

Das Programm und die Instrumente mit ihrem weniger halligen und weniger durchschlagskräftigen, sehr wohl aber lebendigen und differenzierungsfähigen Klang bildeten eine stimmige Einheit. Besonders bei den beiden, das Konzert einleitenden und abschließenden Trios für Klavier, Flöte und Violoncello von Joseph Haydn ergab diese innere Stimmigkeit, gepaart mit der sehr musikalischen, gut abgestimmten, ungemein subtilen und ausgewogenen Spielweise der drei Kammermusiker, einen sehr sinnlichen und sehr runden Höreindruck.

Das insgesamt in den einzelnen Werken dominierende Hammerklavier wurde einem entsprechenden Instrument von 1805 nachgebaut. Der Klang ist, verglichen mit einem heutigen Konzertflügel, etwas spröder, obertonreicher und weniger hallig, aber erstaunlich subtil und differenzierbar zu spielen. Alexander Puliaev gab hier zwei Lehrstunden des rundum überzeugenden und konkurrenzfähigen Spiels auf einem historischen Klavier.

Unerreichter Gipfel an Authentizität war aber der Einsatz einer Flöte, die der aus Wiefelstede stammende Flötenbauer Gerhard Hanken vor 1820 in Oldenburg verfertigt hatte. Hummels Sonate für Flöte und Klavier G-Dur op. 2, Nr. 2, ließ erahnen, wie denn nun Kammermusik in einem Wiener Salon oder einem Palais kurz nach 1800 geklungen haben mag.

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