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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Weibliche Komponisten in den Blick genommen

07.11.2018

Oldenburg Eine leichtfüßig tänzelnde Melodie und sehnsuchtsvolle Aufschwünge mit Anklängen an Schuberts „Leise flehen meine Lieder“, eine neapolitanische Wendung und kräftige Akkordschläge in düsterem f-Moll. Dies war bei der Uraufführung des „Impromptu“ von Aloise Pott beim Dialogkonzert im BIS-Saal der Universität am Montagabend zu erleben. Unter dem Motto „Frauen komponieren – vom Barock bis zur Gegenwart“ gestaltete der Pianist Michael Tsalka aus Valencia ein gut zusammengestelltes und hervorragend dargebotenes Konzert. Und diese Uraufführung war eine kleine musikhistorische Sensation: Die Pianistin und Komponistin Aloise Pott, Gattin des Geigers und Gründers der Oldenburger Hofkapelle (1832) August Pott, hatte in Wien Klavier und Komposition studiert, bevor sie mit ihrem Mann nach Oldenburg zog. Hier war sie viele Jahre als Pianistin, Komponistin und Mutter von sieben Kindern aktiv. Auf Recherche der Musikwissenschaftlerin Kadja Grönke wurde kürzlich diese einzig erhaltene Komposition von ihr entdeckt.

Michael Tsalka spielte zudem mit „Telomer“ ein Klavierwerk der zeitgenössischen und an der Universität lehrenden Komponistin Violeta Dinescu. Ihr Werk ist eine Ehrung für den großen rumänischen Komponisten George Enescu. Die sich überlagernden Klangschichten und freie rhetorische Floskeln, sowie auffallende Quartmotive erinnerten in einer farbenreichen Tonsprache an diesen bedeutenden Komponisten. Pianist Tsalka spielte mit variablem und feinfühligem Anschlag, immer die Klangbalance im dichten Akkordsatz wahrend. Dabei gestaltete er mit enormem Ausdruck und lauschte zudem mancher kontrapunktischen Stimme nach, dieser damit Bedeutung verleihend. Dies wurde schon bei der barocken, mit mannigfaltigen Verzierungen ausgeschmückten Suite der französischen Komponistin Élisabeth-Claude Jacquet de la Guerre deutlich. Mit zarter Verspieltheit und sehr geschmeidig gestaltete er die im Rokoko-Stil komponierte A-Dur Sonate der Österreicherin Marianne von Martinez. Zwei weitere zeitgenössische Komponistinnen mit ganz unterschiedlicher Stilistik waren mit der Australierin Elena Katz-Chernin und der Griechin Aspasia Nasopoulou zu erleben. Im “Dance of the Paper Umbrellas“ von 2013 waren es Ostinati und Patterns aus der Popmusik und bei den „3 Stücken auf Persische Dichtung“ von Nasopoulou eine flexible Rhythmik und aparte freitonale Klänge. Diese drei Charakterstücke, erst im letzten Jahr komponiert, sind Michael Tsalka gewidmet, der mit diesem Konzert ein ausgezeichnetes Plädoyer für die Werke der Komponistinnen in vorbildlicher Interpretation gegeben hat.

Wer Michael Tsalka noch einmal live erleben möchte, kann dies am kommenden Montag, den 12. November, um 19 Uhr in der Aula des Alten Gymnasiums. Dort wird er gemeinsam mit dem Mandolinist Alon Sariel (Hannover) Musik aus Israel präsentieren.

Und für Kurzentschlossene: Die Festwoche der Dialogkonzerte an diesem Abend ab 19 Uhr im Marmorsaal des Oldenburger Schlosses mit einem Gesprächskonzert für Glasharmonika mit Dennis James (USA) weiter.

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