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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Konzert: Zwischen Springtanz und Brautmarsch

30.04.2019

Oldenburg Wer die Hardangerfiedel mit ihren Resonanzsaiten und den nicht wohltemperiert gestimmten vier Spielsaiten kennt, kann manches davon in den derben und volkstümlichen norwegischen Bauertänzen wiederfinden. Siebzehn dieser Volkstänze hat Edvard Grieg für Klavier bearbeitet. Diese pianistisch äußerst ansprechenden Klangminiaturen waren am Sonntagabend im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters beim Gastspiel des angesehenen norwegischen Pianisten und Grieg-Kenners Einar Steen-Nøkleberg (75) zu erleben.

Mit einer großen Klangvielfalt spielte er die Springtänze, Hallingtänze und Brautmärsche mit burleskem Ausdruck und verträumt in den zuweilen auch lyrischen Grundstimmungen.

Griegs Suite im alten Stil „Aus Holbergs Zeit“ interpretierte Nøkleberg mit starken dynamischen Kontrasten. Durch den großzügigen Pedalgebrauch entstand schon im Präludium ein sinfonisch anmutendes Klangbild. Dem Pianisten ging es bei den anschließenden Tänzen, der Sarabande, Gavotte und dem Rigaudon, weniger um die alten Tanzformen, als um einen leidenschaftlichen und prägnanten Ausdruck.

Dieser wurde unterstützt durch ein stilistisch hervorragend abgestimmtes Rubatospiel. In der g-Moll „Air“ erreichte seine Darbietung einen beeindruckenden und ausdrucksstarken Höhepunkt. Die klagende, schwermütige Melodie wurde umrankt von ausladenden Argeggien und kontrapunktisch geführten Seufzermotiven.

Mit Griegs Ballade in gleicher Tonart war eines der bedeutendsten Klavierwerke des nordischen Komponisten zu hören. Der chromatisch durchsetzte, melodisch-elegische Gestus des einem norwegischen Volkslied entlehnten Themas wurde in zahlreichen Variationen immer wieder neu beleuchtet.

Pianistisch anspruchsvolle Figurationen, harmonisch reichhaltige Ausschmückungen und eine mitunter tänzerisch furiose Rhythmik ließen unter Nøklebergs Händen ein mitreißendes musikalisches Feuerwerk entstehen. Am Ende, nach einer mit rhythmischen Punktierungen durchsetzten Hetzjagd, kulminierte die unbändige Bewegung ins Contra Es des Flügels. In dieses hinein spielte der Pianist einen letzten Nachklang des elegischen Themas.

Zur Zeit der Komposition hatte Grieg gerade beide Eltern verloren. Manche Empfindungen dazu sind der Ballade anzumerken, aber auch der Wille, sich vom Schicksal zu befreien und neue Wege zu suchen.

Einar Steen-Nøkleberg überzeugte mit der Klaviermusik von Edvard Grieg das Publikum. Im Zugabenteil erklangen drei weitere Werke des norwegischen Meisters: die a-Moll Humoreske „Aus dem Carneval“, das „Gebet“ aus Olaf Trygvason und die pianistisch sehr ansprechende Bearbeitung seines eigenen, bekannten Kunstliedes „Ich liebe dich“.

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