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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Auch ohne Schimmel war dieser Umzug ein Erfolg

01.10.2018

Oldenburg „Der Graf hat nicht einmal mehr einen Schimmel!“ Ganz enttäuscht meldete sich ein junger NWZ-Leser am Samstagspätnachmittag. „Wo sind sie geblieben, die Reitvereine mit ihren Paukenpferden und Fanfarenzügen? Oldenburg ist doch so bekannt für sein edles Ross!“ In der Tat war Andreas Hunger von der Reit- und Fahrschule in diesem Jahr auf einem Schwarzwälder Stichelfuchs dem traditionellen Kramermarktumzug vorangeritten. Der Schimmel – für diese Pferde war Graf Anton Günther bekannt – stand anders als in den Vorjahren nicht mehr zur Verfügung. Auch der Ersatz-Schimmel, der sonst noch bereit steht, war in diesem Jahr ausgefallen.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann sprach zwar in seiner launigen Eröffnung von einem „Schreck“ beim Anblick des „brauen Pony“. Er hoffe, dass im nächsten Jahr wieder ein stolzer Schimmel an der Spitze steht.

Doch den Zehntausenden Zuschauern, die die Straßen säumten, dürften sich andere Bilder eingeprägt haben: Feiernde, tanzende und lachende Menschen, die in mehr als 100 Gruppen durch die Stadt zogen. Das trockene Spätsommerwetter bot den idealen Rahmen für einen ausgelassenen, fröhlichen Umzug. Die Polizei schätzt die Zahl der Zuschauer auf 100 000.

Entlang der Umzugsstrecke vom Staatstheater über die Wälle und die Donnerschweer Straße bis zum Festgelände an der Weser-Ems-Halle schauten, klatschten und freuten sich Zuschauer aus Oldenburg und Umgebung. Viele Familien mit Kindern, die einen Platz in der ersten Reihe ergattert hatten, waren darunter. Die Süßigkeiten, die in großen Mengen von den Wagen fliegen, und weitere kleine Geschenkartikel übten unvermindert großes Anziehungskraft auf die jungen Besucher aus. Über Zwischenfälle wurde nichts bekannt, die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf.

Einen anrührenden Moment erlebten die geladenen Gäste des traditionellen Eisbeinessens im Anschluss an die Kramermarkteröffnung in den Festsälen der Weser-Ems-Halle. Helmut Mondorf, bekannter Schausteller, war nach schwerer Erkrankung und mehr als einjähriger Abwesenheit erstmals wieder mit dabei. Die Gäste erhoben sich und klatschten im Stehen Beifall, um das Oldenburger Schausteller-Urgestein gebührend zu begrüßen. Ein bewegender Moment.

Ehrengast, amtierender Kohlkönig und Festredner David McAllister hatte eine launige Rede angekündigt. Die humorvollen Passagen wurden aber ergänzt durch ein durchaus ernstes, kraftvolles Bekenntnis zur Europäischen Union. In aufrüttelnden Worten forderte der Europaabgeordnete aus Bad Bederkesa (Kreis Cuxhaven), Deutschland als bevölkerungsreichste Nation und größte Volkswirtschaft Europas müsse seiner Verantwortung gerecht werden. Die Bundesregierung habe bislang vor allem bewiesen, dass sie „streiten und untereinander kunstvoll in die Suppe spucken“ könne.

Ohne die Bundeskanzlerin namentlich zu nennen, forderte der frühere niedersächsische CDU-Ministerpräsident seine Parteikollegin auf, endlich eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft der Gemeinschaft zu geben.

McAllister kritisierte nationale Alleingänge in der Flüchtlingsfrage und nannte konkret osteuropäische Mitgliedsstaaten. „Sie haben Solidarität erfahren bei ihrer Aufnahme und sollten sich erinnern, dass die Europäische Union nicht nur eine Währungs- und Handelsunion, sondern auch eine Wertegemeinschaft ist.“

Christoph Kiefer Redaktionsleitung / Redaktion Oldenburg
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