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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Aschenputtel-Variante mit Slapstickeinlage

04.05.2018

Oldenburg Ob Aschenputtel, Aschenbrödel, Cendrillon oder Cinderella – man kennt ihre Figur unter vielen Namen. Mit „La Cenerentola“ lieferte Gioachino Rossini eine weitere Version des missachteten Stiefkindes, das schließlich doch noch das ganz große Glück erfährt.

An diesem Samstag, 5. Mai, feiert die Oper um 19.30 Uhr im Großen Haus ihre Premiere im Oldenburgischen Staatstheater. Inszeniert wird sie von Axel Köhler, der bei seinen Stücken stets versucht, einen Bezug ins Heute herzustellen. „Natürlich wird eine Märchengeschichte erzählt und die märchenhaften Elemente sollen erhalten bleiben, die sollen nicht verdammt werden. Aber sie wird definitiv im Hier und Jetzt verortet“, erklärt Dramaturgin Christina Schmidl.

Wobei man sagen muss, dass auch bereits die Aschenputtel-Variante von Rossini und seinem Librettisten Jacopo Ferretti viel Magie und Märchenhaftes eingebüßt hatte. Cenerentola Angelina wächst nach dem Tod ihrer Mutter beim Stiefvater, einem verarmten Adeligen, und den beiden Stiefschwestern auf. Sie tun alles dafür, das Mädchen zu unterdrücken und zu erniedrigen. Als Angelina der Besuch beim Ball des Prinzen Don Ramiro verwehrt wird, erfährt sie Unterstützung von Alidoro, dem Lehrer des Prinzen. Weder eine gute Fee noch ein magischer Baum oder Zaubernüsse sorgen für die notwendige Ausstattung, sondern der philosophische Alidoro organisiert Kleider, Schmuck und das fehlende Selbstvertrauen. Angelina ist natürlich die Schönste auf dem Ball und der verliebte Prinz muss sich auf die Suche nach seiner Angebeteten machen. Als Wiedererkennungszeichen treten anstelle des bekannten verlorenen Schuhs zwei zueinander passende Armbänder auf. Zusätzlich sorgt ein Identitätstausch des Prinzen und seines Dieners Dandini für Verwirrung.

Gerade dieser Identitätstausch sorgt für komische Momente, die manchmal sogar ins Slapstickhafte reichen. „Es gibt viel zu lachen“, sagt Schmidl. Doch auf der anderen Seite ist es auch die Geschichte einer jungen Frau, die gemobbt wird und Probleme hat, sich in Familie und Gesellschaft zurecht zu finden. Diese beiden Aspekte, Komik und Tragik, sollen in Köhlers Inszenierung herausgearbeitet werden. Wie die genaue Umsetzung aussieht, möchten Köhler und Schmidl jedoch nicht verraten: „Es wird ganz klassisch die Geschichte erzählt, aber es gibt einen bestimmten Knackpunkt in der Erzählweise, der eine neue Sichtweise bringt.“

Die sowohl komischen als auch tragischen Momente und die unterschiedlichen Figurenzeichnungen machen eine genaue Einordnung der Oper nicht ganz einfach. Nichtsdestotrotz kommen Liebhaber des schönen Gesangs kommen voll auf ihre Kosten. Dieser ist sehr koloraturreich und es gibt schöne Melodiebögen. Rossini hat zudem äußerst pulsierende Ensemblesätze komponiert, die den Sängerinnen und Sängern viel Konzentration abverlangen, da sie sehr temporeich sind. Sie verdeutlichen hervorragend die Verwirrung der Figuren im Stück und bilden gleichzeitig die großen Höhepunkte der Oper.

Die Rolle der Angelina teilen sich Hagar Sharvit und Yulia Sokolik. Als Don Ramiro wird Philipp Kapeller zu sehen und zu hören sein. Seinen Diener Dandini verkörpern Daniel Moon und der Gastsänger Davide Fersini. Die Rolle des Lehrers Alidoro übernimmt Tomasz Wija. Die Männer des Opernchores unterstützen das Ensemble. Die musikalische Leitung hat Vito Cristofaro. Für die Ausstattung ist Arne Walther verantwortlich.

Weitere Vorstellungen sind am 8., 16. und 20. Mai. Das Stück wird in der kommenden Spielzeit wieder aufgenommen. Karten für Samstag gibt’s noch für 12, 21 oder 41 Euro unter


     www.staatstheater.de 
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