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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kultur: Herr Puntila und die sinnlose Nüchternheit

23.11.2019

Oldenburg Unterdrückung, Ungerechtigkeit, Ausbeutung in der Arbeitswelt – das gab es vor knapp 80 Jahren als Bertolt Brecht sein Volksstück „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ schrieb, und das gibt es heute immer noch. Man muss von Oldenburg aus nur ein paar Kilometer Richtung Süden blicken und schon trifft man in Cloppenburg, Vechta oder Lohne auf die fleischverarbeitende Industrie, in der vor allem Menschen aus Osteuropa oder Geflüchtete teilweise unter sehr widrigen Bedingungen arbeiten.

In diese Szenerie hat Regisseurin Maria Viktoria Linke in ihrer Inszenierung für das Oldenburgische Staatstheater die Geschichte von eben jenem Herrn Puntila und seinem Knecht Matti eingebettet. Großbauer bzw. hier Schlachthausbesitzer Puntila leidet unter einer eigenartigen Persönlichkeitsstörung. „Immer, wenn er betrunken ist, ist er ein ultrasympathischer Typ, der seine Arbeiter und die Natur, den finnischen Wald liebt. Doch zwischendurch bekommt er ‚Anfälle sinnloser Nüchternheit‘, wie es im Text so schön beschrieben wird“, erzählt Dramaturg Jonas Hennicke. „Und dann wird er in Brechtscher Manier zum Raubtierkapitalisten.“ Es sind somit eigentlich zwei ganz unterschiedliche Figuren, die hier vom Kammerschauspieler Thomas Lichtenstein verkörpert werden müssen.

Restkarten erhältlich

Für die Premiere am 23. November um 20 Uhr sind noch Restkarten erhältlich. Weitere Vorstellungen sind u. a. am 27. Dezember, 02. und 25. Januar. In dieser Spielzeit wird das Stück bis in den Juli gespielt. Weitere Informationen und Tickets an der Theaterkasse, im Internet oder unter Telefon  2225-111.

Ihm gegenüber auf der Seite der Unterjochten steht sein Knecht Matti, gespielt von Klaas Schramm. Er versucht den Chef unter Kontrolle zu halten, muss aber einsehen, dass dieses Unterfangen auf Dauer nicht erfolgversprechend ist.

Obwohl hier soziale Missstände angeprangert werden, bleibt der Charakter einer Komödie erhalten. Schließlich hat Brecht sein Werk ja auch als Volksstück konzipiert. Er versuchte damit einerseits dem breiten Publikum gerecht zu werden, welches sich im Theater einfach gerne amüsieren wollte, gleichzeitig wollte er aber auch politische Themen verarbeiten. Brecht schrieb sein Stück 1940 im finnischen Exil auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus. Texte der Schriftstellerin Hella Wuolijoki, bei der er auch Unterschlupf fand, dienten als Vorlage. Gemeinsam entwickelten sie die Geschichte weiter.

Musikalisch wird das Stück durch Lieder von Paul Dessau unterstützt, die erst in den 1960er Jahren entstanden sind. Der Musikalische Leiter Johannes Mittl begleitet als Pianist auf der Bühne das singende Ensemble. Die visuelle Untermalung entsteht durch Videoprojektionen von Stefan Bischoff. Beides ist eigentlich typisch Brecht, findet Hennicke: „Brecht war jemand, der damals schon multimedial gearbeitet hat. Hätte es damals schon Beamer gegeben, Brecht hätte sie garantiert eingesetzt.“

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