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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

„Jesus Christ“ geht diesmal auf Tournee

28.10.2017

Oldenburg Kreischende Mädchen, hysterische Teenager, die der Ohnmacht nahe sind, jubelnde Massen, die ihrem Idol einmal ganz nahe sein wollen. Alltäglicher Umgang für einen Superstar. Aber verstehen diese „Fans“ überhaupt, was der Superstar ihnen mitteilen möchte? Oder haben sie vielleicht ganz andere, kaum zu erfüllende Erwartungen? Das sind Probleme, mit denen sich auch Jesus Christus herumschlagen muss.

Allerdings lässt das Oldenburgische Staatstheater seinen Jesus und dessen Jünger in der Inszenierung des Musicals „Jesus Christ Superstar“, das an diesem Sonntag Premiere hat, nicht durch das historische Israel ziehen, sondern mit einer Band auf Tournee gehen. Und somit wird Jesus tatsächlich zu einem Superstar im modernen Sinne.

Das Musical wurde von Texter Tim Rice und Komponist Andrew Lloyd Webber als Rockoper bezeichnet und somit ist es eigentlich nur logisch, Jesus als Star einer Rockband zu inszenieren um seinen Starkult zu verdeutlichen und in die heutige Zeit zu übertragen. „Wer Geschichtsunterricht erwartet, wird enttäuscht werden“, sagt Dramaturgin Annabelle Köhler. Und Regisseur Erik Petersen ergänzt: „Es wäre ganz falsch, dieses Stück wie in Oberammergau zu inszenieren. Es hat nichts mit Kutten zu tun. Es hat auch nichts damit zu tun, dass wir hier Religionsunterricht geben. Sondern es geht um die Menschen hinter Jesus, Judas und Maria Magdalena.“ Es wird moderne Kleidung geben und die Bühne ist nicht als Jerusalem gestaltet, sondern wird eine Showbühne sein. Eine Band ist immer mit auf der Bühne.

Das Stück ist inzwischen fast 50 Jahre alt – am 12. Oktober 1971 war die Uraufführung in New York – und die Handlung spielt in etwa im Jahre 30 n. Chr. „Trotzdem ist es kein altbackenes Stück, sondern immer noch aktuell. Die Superstars, wie wir sie heute kennen, erleben den schnellen Ruhm, stehen plötzlich ganz oben, fallen aber auch manchmal genauso schnell wieder. So ging es Jesus auch“, zieht Petersen die Parallele zum Starkult. Die fanatische Verehrung vermeintlicher Lichtgestalten dürfte durch alle Generationen hinweg bekannt sein, seien es die Beatles in den 60ern gewesen, Boybands wie Take That in den 90ern oder aktuell Justin Bieber. Die Begeisterung für diese Musiker nahm teilweise fast religiöse Züge an, so macht die Übertragung von Jesus in die heutige Zeit und seine Darstellung als Rockstar auch in dieser Hinsicht Sinn. Und Zuschauer jeden Alters dürften sich angesprochen fühlen.

Für den sehr religiösen Menschen ist diese Rockoper allerdings weniger gemacht. Vielmehr ist sie „für den modernen Menschen, der sich über Hintergründe Gedanken macht, über zwischenmenschliche Beziehungen, über Zweifel“, erläutert Köhler. Auch wenn das Umfeld der Geschichte modernisiert wurde, das Grundgerüst bleibt bestehen. Es geht um Jesus‘ letzte Tage, seine Stationen auf dem Weg nach Jerusalem. Gleichzeitig überkommen Judas, in diesem Fall ein Bandmitglied, Zweifel, ob Jesus die Situation um seinen Kult noch im Griff hat. Schließlich begeht Judas Verrat an Jesus und dieser endet am Kreuz.

Für die Hauptrollen Jesus und Judas konnten zwei renommierte Musicaldarsteller gewonnen werden: Oedo Kuipers und Rupert Markthaler. Mark Weigel hat bereits Erfahrung als Pontius Pilatus in Bonn und Dortmund gesammelt. Nun wird er ihn auch in Oldenburg spielen. Maria Magdalena wird im Wechsel von Martyna Cymerman und Alexandra Scherrmann gespielt. Den Herodes gibt Kammersänger Paul Brady. Die musikalische Leitung hat Jürgen Grimm, die Chorleitung Thomas Bönisch.

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