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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Kultur: Mehr Jubiläum in einem Konzert geht kaum

09.03.2020

Oldenburg Das Feiern oder doch Bedenken von Jubiläen hat den guten Sinn, einer Nationalkultur den klassischen Kanon dessen vor Augen zu führen, was galt, immer noch gilt und weiterhin gelten soll. In der Musik erinnern wir uns in diesem Jahr, 2020, daran, dass Max Bruch vor 100 Jahren starb und vor allem, dass Beethoven 250 Jahre geworden wäre. Besonders sinnvoll wäre es jetzt für einen Konzertveranstalter, beide Jubiläen miteinander kombinieren zu können. Und siehe da, es fand sich so eine Jubiläums-Konstellation: Beethovens Septett in Es-Dur op. 20 ist der Spitzenahn der Septette für vier Streicher und drei Bläser. In der gar nicht so langen Liste dieses Genres findet sich auch ein Werk von Max Bruch, das erst 1968 in einem Nachlass aufgefundene Septett, das sogar in der gleichen Tonart wie Beethovens Vorbild, in Es-Dur, geschrieben ist. Dieses zwischen jugendlicher Frische und Ungestümheit auf der einen, formaler Epigonalität auf der anderen Seite changierende, durchaus sehr gut zu hörende und auch dankbar zu spielende Werk wiederum komponierte Bruch zum 100. Todestag (1849) des von ihm zeitlebens verehrten Goethe. Mehr Jubiläum in einem Konzert geht kaum, und darum ist das 3. Kammerkonzert der Saison im Staatstheater auch schlicht „Jubiläen 2020“ betitelt.

Die drei Bläser – die Klarinettistin Josefa Zalud, der Fagottist Jens Pfaff und Joaquim Palet am Horn – waren bei den beiden quicklebendigen Septetten für die markanten, pointierten und auch ungewohnten Töne zuständig: sie waren das Salz in der Suppe und dazu noch die Würze mit farbigen Melodien, markigen Einsätzen und atmosphärisch dichtem, kantilenenhaftem Spiel, wenn etwa die Klarinette bei Beethoven über einige Takte wie ein Solo-Instrument agiert. Den Streicher-Ton, der das Konzertleben in der Ernsten Musik ja grundiert, den kennt man, den erwartet man, umso erfreulicher dann eine hochwertige Kammermusik, die den drei Bläsern großen Raum gewährt, die Eigenart des jeweiligen Blasinstrumentes prägend einzubringen.

Die Streicher - Uta Herfurth und Claudia Schmid-Heise an den Geigen, Tigran Sudzhijants (bei Beethoven) an der Bratsche, der Cellist Fabian Boreck und Ralf Santo am Kontrabass – sorgten bei den Septetten für das Gerüst, für so etwas wie die Architektur, die Serenadenhaftes und den Sonatensatz des Streichquartetts kombiniert. Häufig führt die erste Geige, gibt Themen und Melodien vor. Die zum Septett vereinten Solisten verzahnten ihre Stimmen so gekonnt, locker und unangestrengt, wie Kammermusik eben gespielt werden und klingen muss. Die erfreulichen, humorigen und sogar witzigen Stellen wurden ganz besonders unterstrichen und ließen am Ende, nach einer überaus gelungenen Zugabe aus dem Oktett von Franz Schubert, nur heitere Gesichter zurück.

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